Schwingen
Glatt- und Limmattaler überzeugen am Zürcher Kantonalen

Der Technische Leiter des Schwingklubs Glatt- und Limmattal Daniel Buchli war mit der Leistung seines Teams am Zürcher Kantonalfest sichtlich zufrieden. Als bester Limmattaler reihte sich der Stadtzürcher Thomas Kammermann gar unter die Kranzgewinner.

Bruno Auf der Maur
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Der 17-jährige Schlieremer Silvan Tresch (oben) schafft vor 3400 Zuschauern in Opfikon den Ausstich.adm

Der 17-jährige Schlieremer Silvan Tresch (oben) schafft vor 3400 Zuschauern in Opfikon den Ausstich.adm

«Jedem, der um den Kranz schwingen kann, offeriere ich am Sonntagabend ein Essen,» spornte der Technische Leiter des Schwingklubs Glatt- und Limmattal Daniel Buchli beim letzten Training seine Schützlinge an. Gleich zweimal musste (oder durfte) Buchli sein Versprechen einlösen.

Als bester Limmattaler reihte sich der Stadtzürcher Thomas Kammermann gar unter die Kranzgewinner. Nach einer Startniederlage gegen Domenic Schneider gab der 24-jährige Maschinenbau-Student nur noch im fünften Gang mit einem Unentschieden gegen Ruedi Luchsinger Punkte ab. Die restlichen Begegnungen entschied er für sich, was Kammermann den siebten Rang und damit seinen zweiten Kranzgewinn einbrachte. Kranzchancen hatte auch der 18-jährige Daniel Wettstein aus Seebach. Nach drei Siegen und zwei Niederlagen musste er im letzten Kampf alles riskieren – nur ein Sieg hätte den Landwirtschafts-Lehrling in die Kranzränge gebracht.

Gegen den starken Oberländer Remo Ackermann unterlag er aber klar. Trotzdem konnte Wettstein mit seiner Leistung zufrieden sein wie auch Lukas Nägeli, Silvan Tresch und Bernhard Götsch. Auch der Schlieremer Tresch erreichte sein erklärtes Ziel, den Ausstich zu erreichen. Der bald 17-jährige Gymnasiast hatte je zwei Siege, Unentschieden und Niederlagen auf seinem Konto. «Mit dem Resultat bin ich zufrieden und habe meine Möglichkeiten genutzt», erklärte der Jüngste im Team.

Grosser Publikumsaufmarsch

Die beiden Topfavoriten Arnold Forrer und Christian Stucki wirkten bei der 102. Auflage des Zürcher Kantonal-Schwingfestes als Publikumsmagnet. Rund 3400 Zuschauer kamen, um die Wettkämpfe im Glattpark in Opfikon zu verfolgen – deutlich mehr als erwartet. Bereits im Startduell trafen Forrer und Stucki aufeinander. Im Kampf der Giganten gab es keine Überraschung. Beide agierten vorsichtig und gingen keine grossen Risiken, womit der fade Kampf unentschieden endete. Anschliessend zeigten sie aber, warum sie zu den besten Schwingern des Landes zählen. Schlussendlich setzte sich mit Forrer einer der beiden durch.

Im Kampf um den Tagessieg kam es zur Neuauflage des Schlussganges des Thurgauer Kantonalen vor einer Woche, Arnold Forrer gegen Mario Schneider. Der Schwingerkönig von 2001 bestimmte das Kampfgeschehen, musste aber immer auf gefährliche Konterangriffe von Schneider reagieren. Forrers Klasse setzte sich trotzdem durch: Nach 6:38 Minuten gewann er mit Gammen. Damit feierte der Toggenburger bereits seinen fünften Zürcher Sieg und konnte den Siegerpreis Muni «Burkhard von Opfikon» in Empfang nehmen. Christian Stucki verpasste die Schlussgangqualifikation mit einem Gestellten gegen Vorjahressieger Jakob Roth. In der Endabrechnung belegte er Rang fünf.