Der zweifache Eidgenössische Kranzschwinger drückte dem Niklausschwinget den Stempel auf. Unter den 113 angetretenen Schwingern aus der Nordostschweiz sowie Gästeschwingern aus der Innerschweiz, der Nordwestschweiz und dem Berner-Verband war Bruno Gisler die dominierende Figur. Vor 900 Zuschauern qualifizierten sich Gisler mit fünf Siegen und der überraschende Roman Hochholdinger mit vier Siegen und einer Niederlage für den Schlussgang. Trotz Punktevorsprung ergriff Gisler sofort die Initiative und siegte bereits nach 31 Sekunden mit innerem Haken und Nachdrücken am Boden.

Gisler beendet somit eine überaus erfolgreiche Saison. «Entscheidend war der erste Gang gegen Jakob Roth», bilanzierte Gisler nach dem Schlussgang. Den schwierig zu bezwingenden Roth drehte Gisler mit guter Bodentechnik auf den Rücken. «Anschliessend war ich der Konkurrenz immer einen Schritt voraus,» so der 28-jährige Landwirt. Der Startsieg gab Gisler auch das nötige Selbstvertrauen. Die weiteren Gegner hatten nicht den Hauch einer Chance. Der für den Nordwestschweizer Verband startende Gisler gewann die restlichen Kämpfe souverän. In der Endabrechnung wies er einen komfortablen Vorsprung von 2.25 Punkten auf die nächsten Verfolger auf.

Der Wettkampf lebte von einigen saftigen Überraschungen, bei denen die Mitfavoriten Edi Kündig, Beat Clopath und Jakob Roth Punkte abgeben mussten. Sie vergaben den Sieg bereits am Vormittag. Während Clopath gegen Kündig im ersten Gang verlor, unterlag Kündig im zweiten Gang unerwartet gegen den späteren Finalisten Roman Hochholdinger. Immerhin fingen sich die beiden Eidgenossen wieder auf und belegten schliesslich den Ehrenplatz. Roth hingegen musste nach der Startniederlage gegen Gisler gar nochmals einen Taucher gegen den Innerschweizer Sven Schurtenberger hinnehmen.

Lokale kamen nicht auf Touren

Die Hoffnungen des organisierenden Schwingklubs Glatt- und Limmattal lagen beim Kranzschwinger Thomas Kammermann und dem Dietiker Matthias Bräm. Kammermann war nicht fit: Eine Grippe setzte ihm zu. Der 24-Jährige biss sich durch, konnte aber sein Potenzial nicht ausschöpfen. Nach vier Gängen hatte er neben einem Sieg bereits zwei Niederlagen und ein Unentschieden auf seinem Konto. Im Ausstich folgten nochmals ein Sieg und eine Minuspartie.

Auch Bräm kam nicht richtig auf Touren. Vor dem letzten Kampf befand sich der 18-Jährige, der zurzeit ein landwirtschaftliches Lehrjahr in Embrach absolviert, in der gleichen Ausgangslage wie Kammermann. «Im Moment kommt das Training zu kurz. Wenn ich den letzten Kampf noch gewinnen kann, bin ich zufrieden», so Bräm. Ein Sieg hätte Bräm noch für die Auszeichnung gereicht, doch gegen den starken Kranzschwinger Stefan Ritter musste er kapitulieren. Ebenfalls für den Ausstich qualifizierten sich die Limmattaler Philip Dittli aus Geroldswil und Silvan Tresch aus Schlieren.