Der im bernischen Rumisberg wohnhafte und für den Solothurner Schwingerverband startende Bruno Gisler ist in Schwingkreisen und darüber hinaus ein bekanntes Gesicht. Der 31-jährige Landwirt zählt einerseits mit seinen 99 erkämpften Kränzen zu den erfolgreichsten Schwingern im Land, andererseits sorgte er im letzten Jahr aber auch für negative Schlagzeilen. Die Nachricht, dass Gisler am Eidgenössischen Schwingfest 2013 in Burgdorf positiv auf die verbotene Substanz Nikethamid getestet worden war, traf die Schwingszene wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

Gisler bestreitet vehement, das atem- und kreislaufstimulierende Mittel wissentlich eingenommen zu haben. Gemäss Gislers Aussagen auf seiner Homepage könne er sich den positiven Befund bis heute nicht erklären.

Sport wieder ins Zentrum rücken

Die Dopingkommission des Eidgenössischen Schwingerverbandes sperrte Gisler für ein halbes Jahr. Damit wurde er milde bestraft, vor allem weil Gisler die Sperre über die Wintermonate absitzen konnte und dadurch keine wichtigen Anlässe verpasste. Mehr dürfte den Sennenschwinger die Aberkennung des eidgenössischen Kranzes von Burgdorf geschmerzt haben.

Nach dem Lärm um seine Person will Gisler das Sportliche wieder ins Zentrum rücken. Dies gelang ihm in dieser Saison ausgezeichnet. Mit vier zweiten Rängen am Aargauer- und Basler Kantonalen sowie den Bergfesten auf der Rigi und dem Weissenstein meldete sich der dreifache Familienvater eindrücklich zurück.

Viel mehr als nur ein Sieg

Auch die Akzeptanz der Zuschauer und vor allem seiner Konkurrenten scheint Gisler wieder zurückgewonnen zu haben. Gepunktet hat er mit seiner offensiven Schwingweise, aber besonders mit seiner ruhigen und bescheidenen Art. In gewisser Weise wäre sein dritter Sieg am Niklausschwinget nach 2010 und 2011 ein ganz Spezieller. Denn neben dem angestrebten Triumph geht es für Gisler in der Dietiker Stadthalle vom kommenden Sonntag um mehr – nämlich um das Vertrauen.

Organisatorische Neuerungen

Mit einigen Neuerungen warten die Organisatoren vom Schwingklub Glatt- und Limmattal auf. Unter anderem wird der Tribünenbereich neu gestaltet, damit unmittelbar neben dem Schwingplatz eine Festwirtschaft eingerichtet werden kann. Da genügend übersichtliche Tribünenplätze vorhanden sind, wird kein Billettvorverkauf mehr durchgeführt.