Ausdauersport
Giovanni Gilli verspürt den Kick, an die eigenen Grenzen zu stossen

Die Uitikerin Giovanna Gilli startet am Strongman Run. Eine akribische Vorbereitung auf das Laufereignis ist für sie das A und O.

Raphael Biermayr
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Giovanna Gilli scheut weder Wind noch Wetter

Giovanna Gilli scheut weder Wind noch Wetter

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Giovanni Gilli ist keck. Dieser Wesenszug manövriert sie in ein Abenteuer. Denn die 27-jährige Uitikerin startet am kommenden Wochenende als eine von nur zwei Frauen aus der Region am Strongman Run auf dem Waffenplatz Thun. Bei diesem Rennen geht es in erster Linie nicht darum, die Distanz von 16 Kilometern zu überwinden, sondern die sich auf der Strecke befindenden Hindernisse: Autoreifen, Röhren, Tarnnetze, Schlamm. Es ist ein grosser Armeespielplatz – und selbstredend eine harte Angelegenheit, wie Gilli im vergangenen Jahr von einem Bekannten erfuhr. Für die SLRG-Schwimmerin ist genau das der Ansporn. «Ich dachte mir: Was der kann, kann ich schon lange.» Das sagte sie ihrem Bekannten, der sie nun beim Wort nahm.

Auseinandergesetzt habe sie sich kaum mit dem Rennen. Die Gedanken kreisen trotzdem. Mit ihren 1,53Metern Körperlänge («Die drei Zentimeter sind wichtig!») befürchtet Gilli, einen Wettbewerbsnachteil zu haben. Sie scheint diesen Gedanken zu mögen, denn sie wächst an der Herausforderung.

«Ich bin auf der Suche nach meinen Grenzen», sagt die Limmattalerin. Diese hat sie bislang weder als Marathonläuferin noch im Zweierteam beim Gigathlon gefunden. Wegen ihrer Abneigung gegen Zweiräder komme für sie ein Einzelstart bei Letzterem ebenso wenig in- frage wie ein Ironman. «Es muss doch noch Spass machen», hält die Kindergärtnerin und Hobby-Imkerin fest.

Rennskating als Anfang

Zum Sport fand sie Anfang der 1990er-Jahre, als ihr Vater von einem USA-Aufenthalt mit hierzulande kaum bekannten Inlineskates zurückkam. Giovanna Gilli setzte in der leisen Hoffnung auf eine Aufnahme in die olympischen Sportarten aufs Rennskaten. «Es war damals mein Lebensinhalt», sagt sie heute. Für eine gezielte Förderung wechselte sie ans Sportgymnasium nach Ftan, wo sie mit dem damals unbekannten Dario Cologna trainierte. Mit dem Niedergang der Inlineszene schaute sich Gilli schliesslich nach anderen Herausforderungen um.

Am Strongman Run betritt sie Neuland. Ihre Bekannten reagierten mit Kopfschütteln auf ihr Vorhaben. «Zunächst dachten sie, das wäre etwas Lustiges. Als sie sich ein Bild davon gemacht hatten, sagten sie: ‹Du spinnst doch!›» Gilli wehrt sich nicht gegen diese Behauptung.