In der Eingangshalle kleben alle an der Glasscheibe, auf den Tribünen stehen die Menschen trotz Stehverbot und schauen gespannt auf das Spielfeld. Wir befinden uns in der letzten Spielminute des Futsal-Junioren-A-Finals, den der FC Baden am Ende für sich entscheidet. Während die Badener noch ihre Trophäe entgegennehmen, stehen bereits die Frauen des FC Schlieren in den Startlöchern, denn es folgt das Nachtturnier im Frauen-Futsal. Zehn Mannschaften, aufgeteilt in zwei Gruppen, spielen am Samstagabend um die Trophäe.

Im ersten Spiel gegen den FC Oetwil Geroldswil, wirken die Schliermerinnen noch etwas unsicher, können aber mit einem klaren 2:0-Sieg nach elf Minuten das Spielfeld verlassen. Auf der Tribüne diskutiert die 2.-Liga-Mannschaft heftig das Spiel. Man ist zwar froh, gewonnen zu haben, spricht aber von fehlender Koordination untereinander. Eine Frau steht dabei im Zentrum, Captain Alexandra Bini.

Die 21-Jährige übernimmt heute die Funktion von Trainer Kuno Herrsche, der an diesem Abend nicht mit seiner Mannschaft mitfiebern kann. Doppelt ist die Belastung für Bini, denn sie muss an diesem Abend nicht nur die Mannschaft auf dem Spielfeld zusammenhalten, sondern auch ihre Spielerinnen am Buffet einsetzen. Aus diesem Grund empfindet sie das Turnier als etwas stressig, freut sich aber trotzdem, dabei zu sein. «Es ist spannend, hier zu spielen, denn es ist ein breit gefächertes Turnier, weil Mannschaften von der ersten bis zur vierten
Liga daran teilnehmen.»

Treffpunkt Tribüne

Nicht nur die Schliermerinnen, sondern auch die Spielerinnen anderer Mannschaften, treffen sich nach den Spielen auf der Tribüne. Es wird diskutiert, beobachtet und man ruht sich aus. Nach dem Final der Junioren hat sich das Bienennest aufgelöst und die wenigen anwesenden Zuschauer bewegen sich zwischen Tribüne und Buffet. Meist sind es Eltern, die ihren Töchtern nach dem Spiel gut zureden oder sich während der Spiele nur schwer auf ihren Plätzen halten können. Auch Freunde und Bekannte der Spielerinnen lassen sich erkennen, denn diese kommentieren angeregt den Spielverlauf und analysieren die Fehler der Gegner.

Gesprächsthema Futsal

Ein Thema ist dabei durch alle Reihen dominant: Nicht etwa Frauen und Fussball, sondern Futsal und seine Regeln. Kein Wunder, denn nicht nur bei den Schiedsrichtern, sondern auch bei den Spielerinnen lässt sich diesbezüglich Unsicherheit erkennen. Immer wieder bedarf es der Ausrufe durch die Jury, um erneut auf die Regeln hinzuweisen, da diese oft nicht eingehalten werden. Auch beim FC Schlieren ist man skeptisch gegenüber Futsal. «An Futsal muss man sich zuerst gewöhnen, nur schon, weil der Ball schwerer ist als gewohnt. Ausserdem gibt es viel weniger Spielfluss, weil das Spiel immer unterbrochen wird, wenn der Ball die Wand berührt», meint Bini. Auch ihre Teamkollegin Denise Niederer spielt lieber Fussball auf dem Rasen: «Futsal ist auf diesem Niveau nicht so toll, man muss technisch geübt sein. Zudem kennen weder die Schiedsrichter noch die Spielerinnen die Regeln genau.»

Obwohl sie am Anfang etwas unsicher gewirkt haben, schliessen die FC-Schlieren-Frauen die Vorrunde mit drei Siegen und einer Niederlage souverän ab und schaffen es so in die Hoffnungsrunde, in der sie Juventus-Schlieren U18 mit 2:0 schlagen. Im Halbfinal treffen sie auf den Erstligisten FC Zürich Selection und liefern trotz 2:1-Niederlage ihr bestes Spiel. Wiederum etwas unglücklich verläuft dann der kleine Final gegen die Blue Stars, den sie nach Verlängerung im Penaltyschiessen verlieren. Die Siegerinnen des Abends sind die FC-Zürich- Frauen, gefolgt von ihren Teamkolleginnen des FC Zürich Selection und den Blue Stars. Beim FC Schlieren ist man mit dem vierten Rang zufrieden: «Die ersten drei Mannschaften spielen gewöhnlich alle in der ersten Liga und wir konnten sehr gut mit ihnen mithalten», kommentiert Bini.