Florence Schelling studiert an der Northeastern University in Boston Wirtschaft mit Schwerpunkt Management. Für die WM ist sie in die Schweiz zurückgekehrt.

Gleich am heutigen ersten Tag der Eishockey-Weltmeisterschaft wird es in der Eishalle Deutweg in Winterthur zu einer fulminanten Begegnung kommen. Die Schweiz trifft um 20 Uhr auf den hochkarätigen Gegner Kanada. «Klar, das Duell Schweiz gegen Kanada ist immer etwas ganz spezielles, auch wenn wir als Underdog ins Spiel steigen werden», meint Schelling. Trotz der David-gegen-Goliath-Konstellation gegen Kanada weiss das Team rund um Torhüterin Florence Schelling, wo seine Stärken liegen. «Auch wenn wir nicht so eine grosse Auswahl an talentierten Spielerinnen haben, wie vergleichsweise Kanada, haben wir Freude am Spiel, sind motiviert und funktionieren als Team», ergänzt Schelling. Mit diesem Zusammenhalt wollen sich die Schweizerinnen an der WM eine Platzierung in den Top Sechs erkämpfen. Schelling lässt jedoch durchblicken, dass dieses Ziel den Fähigkeiten des Teams nicht wirklich gerecht wird. «Es liegt mehr drin. Das Potenzial dazu ist vorhanden und das Team ist bereit», meint die Nummer Eins-Torhüterin der Schweizer Nationalmannschaft.

WM statt Prüfungen

Florence Schelling weiss die WM vor der Haustüre zu schätzen. «Es ist wirklich schön mal in der Schweiz zu bleiben. Dieses Mal musste ich, als ich von Amerika kam, nicht gleich mit der Nationalmannschaft in ein anderes Austragungsland weiterreisen. So habe ich auch mal wieder etwas von der Heimat, inklusive Aromat und Maggi.» Durch die verständnisvollen Professoren an der Uni in Boston war es ihr möglich die Prüfungen, welche für Ende April angesetzt sind, bereits vor ihrem Flug in die Schweiz zu absolvieren. Doch Florence Schelling ist nicht nur im Hörsaal, sondern auch auf dem Eis anzutreffen. Im Frauen-Eishockey-Team ihrer Uni, den Northeastern Huskies, konnte sie sich längst etablieren. Selbst die renommierte «New York Times» wurde auf die Schweizer Torhüterin aufmerksam und widmete ihr eine ganze Seite.

Die kleine Schwester im Tor

Am liebsten würde Schelling an der WM gegen das Nationalteam der USA spielen, weil deren Assistenztrainer zugleich Assistenztrainer der Huskys ist. Damit es aber soweit kommt, müssen sich beide Teams in der jeweiligen Gruppe profilieren. Unmöglich wäre das keineswegs, denn den bisher grössten Erfolg durfte Schelling 2008 in China feiern, als das National-Team an der WM den vierten Platz belegte. Ein grosser Sprung; bedenkt man, dass Schellings Karriere ihre Anfänge zu Hause in der Garage genommen hat, als ihre Brüder die kleine Schwester ins Tor stellten.