Es grenzt schon fast an Zynismus. Über weite Strecken der Meisterschaft war die Chancenauswertung der Schlieremer NLB-Frauen das grosse Manko und mit ein Grund, wieso die anvisierten Aufstiegsspiele verpasst wurden. In der Abstiegsrunde stellt der FCS mit 13 Treffern in vier Spielen mit Abstand die torgefährlichste Offensive und schafft es mittlerweile – wie im Duell gegen Schlusslicht Thun – aus einer Hand voll Halbchancen vier Tore zu erzielen.

Mitverantwortlich für die offensive Explosion der Limmattalerinnen ist Ramona Miotti, deren Lieblingshobby ist, im und um den gegnerischen Strafraum für Unruhe zu sorgen. Mit drei Toren und ebenso vielen Vorlagen ist Miotti in der Abstiegsrunde alle 50 Minuten an einem Torerfolg beteiligt. Gegen Thun bereitete Miotti mit einem mustergültigen Eckball das 2:0 vor. «Ich bin jetzt seit bald einem Jahr bei Schlieren, langsam, aber sicher bin ich in der Mannschaft integriert», findet die 23-Jährige eine mögliche Erklärung für ihren beeindruckenden Lauf. Der kürzlich vollzogene Systemwechsel von Trainer Dominik Stutz hat Miotti ebenfalls in die Karten gespielt: «Das 3-4-3 habe ich jahrelang in der 1. Liga gespielt. Besonders auf den Flügeln kann ich meine Qualitäten am besten ausspielen.»

Blick auf die kommende Spielzeit

Angesprochen darauf, dass mit dem deutlichen Sieg gegen die Berner Oberländerinnen der definitive Ligaerhalt klargemacht wurde, zuckt die Zufikerin nur mit den Schultern: «Wir wussten schon, bevor die Abstiegsrunde begonnen hat, dass wir nicht in den Kampf gegen die Relegation involviert werden. Unser Ziel ist die goldene Ananas, also Rang 1.» Diese Motivation spiegelt sich in vier Siegen in vier Spielen nieder. Können die FCS-Frauen die aktuelle Form halten, ist ein Gewinn der «Strafrunde» durchaus realistisch. Trotz der noch laufenden Runde blickt Miotti bereits selbstbewusst in die kommende Spielzeit: «Nächste Saison wollen wir unbedingt die Aufstiegsspiele bestreiten.» Die Goalgetterin der Schlieremerinnen findet ebenfalls Gründe, wieso auch dieses Ziel mehr ist als nur heisse Luft: «Wir hatten einige Neuzugänge, diese mussten zuerst integriert werden. Seit dem Trainingslager haben wir nun aber einen tollen Teamspirit.»

Addiert man zu den bereits genannten Stärken die neu hinzugewonnene Stabilität in der Defensive (erst ein Gegentor in der Abstiegsrunde), so scheint der Gewinn des «Trostpreises» nur noch Formsache – trotz zweier Punkte Rückstand auf Worb, bei drei ausbleibenden Partien. Es wäre auch ein Fingerzeig an die Konkurrenz, im Hinblick auf die Nationalliga-B-Saison 2014/2015.