13 Sekunden erst sind in der Overtime zwischen dem EHC Urdorf und dem HC Luzern gespielt. Ein Pass, eine Finte, ein Tor für Luzern. Es ist ein brutales Ende für die Urdorfer an einem unterhaltsamen Eishockeyabend in der Weihermatt.

Lauter als die Siegesrufe der Luzerner sind nur die Frustreaktionen des Heimteams. Die sehenswerte Entscheidung durch Luzerns Topscorer Robert Tobler ist aber ein logisches Ergebnis, denn Urdorf hat sich zuvor selbst geschlagen. «Dies war ein weiteres Spiel, das wir hätten gewinnen müssen», erkennt auch Captain Sebastian Hauser. Die Begegnung ist wahrlich ein Wechselbad der Gefühle, doch trotz erneuter Niederlage kann das Schlusslicht aus dem Limmattal auf dieser Leistung aufbauen.

Vorgaben im ersten Drittel nicht erfüllt

Urdorf-Trainer Daniel Hüni hat seinem Team im Vorfeld zwei Ziele mit auf den Weg gegeben: Im ersten Drittel kein Tor kassieren und einfaches, sauberes Hockey spielen. Der muntere Start ist dann aber mit vielen Ungenauigkeiten gewürzt. Diese Eigenschaft schleicht sich auch bei den Torabschlüssen der Urdorfer ein. Genau dieses Unvermögen ermöglicht in der 16. Minute die Führung der Gäste.

Vor dem Tor zu kompliziert, und ein Rückstand zur Pause – Anweisungen des Trainers zu befolgen sieht anders aus. Im zweiten Abschnitt spielen die Urdorfer spielen nun konsequenter und kommen in der 33. Minute zum logischen Ausgleich. Thomas Wigger bucht sein erstes Saisontor. Es kommt noch besser. Die Truppe von Daniel Hüni sammelt neuen Mut und erzielt zwei Minuten vor der zweiten Pausensirene prompt das 2:1.

Luzerner Ausgleich in der letzten Spielminute

Die 150 Zuschauer träumen scheu vom ersten Saisonsieg, doch die Realität schlägt postwendend zurück. Nach 71 Sekunden im Schlussabschnitt zappelt die Scheibe schon wieder im Urdorfer Netz. Der Innerschweizer Dominic Bächler avanciert zum Doppeltorschützen. Wer jetzt mit einem Einbruch der Zürcher gerechnet hat, wird eines Besseren belehrt. Das Spiel wird körperbetonter und geprägt von einer Strafenflut. Ein grosses Plus ist das kompromisslose Unterzahlspiel des Heimteams.

Der erste Sieg liegt in der Luft und tatsächlich verwertet Nils Schweri einen Abpraller in der 52. Minute. Die sehnlichst gesuchte Euphorie ist jetzt spürbar. Eine einzige Minute fehlt zum Vollerfolg, als es wieder passiert. Robert Tobler bezwingt Urdorfs Schlussmann und erzwingt spät, sehr spät sogar, die Verlängerung. Wie erbarmungslos diese endet, ist bekannt.

«Wir wussten, dass es sehr schwierig wird, in Urdorf zu gewinnen», gibt Matchwinner Tobler zu. Der EHC Urdorf nimmt immerhin einen Punkt aus dieser Partie mit, und weil die direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaerhalt allesamt verloren haben, kann man diese Niederlage verkraften. Der nächste Schritt dieser Leistungssteigerung kann eigentlich nur ein Sieg sein. Am besten bereits am Mittwoch gegen Bassersdorf.