Fussball
Frust beim FC Engstringen und Oetwil-Geroldswil nach Remis

Oetwil-Geroldswil ging im 3.-Liga-Derby mit 1:0 in Führung und verpasste anschliessend die Entscheidung. Engstringens Lukas Baur rächte das mit dem Ausgleichstreffer in der 87. Minute.

Raphael Biermayr
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Oetwil-Geroldswil vergibt einige gute Chancen, hier durch Sandro Niederhäuser (gegen Torhüter Manuel Suter und Philippe Theiler.

Oetwil-Geroldswil vergibt einige gute Chancen, hier durch Sandro Niederhäuser (gegen Torhüter Manuel Suter und Philippe Theiler.

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Im Kampf um den dritten Platz hinter dem dominanten Spitzenduo Schlieren und Birmensdorf hält Oetwil-Geroldswil weiterhin die besten Karten in der Hand. In dieser sozusagen kleinen Meisterschaft hat das Team von Trainer Roger Balmer den Erzrivalen Engstringen dank des Remis im Derby mit weiterhin sieben Punkten auf Distanz gehalten.

Für die Gäste war das 1:1 wegen seiner Entstehung allerdings ein Grund zum Frustschieben. Oetwil-Geroldswil hatte zwar Mühe, in die Partie zu finden, liess in der ersten Halbzeit aber keine gefährliche Torchance zu, während es sich selbst einige erarbeitete.

Brandenberger im Zentrum

Die erste nutzte Marco Brandenberger zum 0:1. Ein herrlicher Pass in die Tiefe des herausragenden Daniel Marquart brachte ihn in das gewonnene Duell mit Torhüter Manuel Suter.

Brandenberger sollte zur Symbolfigur des Oetwiler Ärgers werden. In der 80. Minute stand er erneut allein vor Suter, schlug aber ein Luftloch - die Entscheidung war vertan. Sieben Minuten später glich Engstringens Captain Lukas Baur die Partie aus. Brandenbergers Chance bleibt im Gedächtnis haften als «die grosse Ungenutzte».

Baurs Treffer war aus der Sicht von Roger Balmer «sehr einfach zustande gekommen». Tatsächlich stand der nun 14-fache Saisontorschütze nach einem Corner ganz allein am weiten Pfosten. Sein Bewacher Marco Credaro schaute seelenruhig zu. Frustrierend für die Gäste war auch der Umstand, dass es den Eckball wegen eines klaren Fouls gar nie hätte geben dürfen.

Auch Engstringens Trainer ist unzufrieden

Aus der Sicht von FCE-Trainer José Varela war dieser Treffer der Lohn für die Bemühungen seines Teams, das in der Schlussviertelstunde tatsächlich an seine Chance geglaubt hatte. «Nie aufzugeben ist das Wichtigste überhaupt», sagte Varela in seiner Matchanalyse.

Diese bestand vornehmlich aus Lob an den Gegner («Eine sehr kompakte Mannschaft, die ein super Pressing im Mittelfeld hat»), darüber hinaus sparte er nicht an Kritik am eigenen Team: «Wir sind nicht sehr laufstark, einige können das Spiel nicht gut lesen. Und in der Mitte sind wir in gewissen Situationen weniger gedankenschnell als der Gegner.» Das klingt nach Transfergelüsten. «Wir arbeiten hier mit den Möglichkeiten, die wir haben. Unabhängig davon versuchen wir immer, ehemalige Engstringer zurückzuholen», erklärte Varela.

Immerhin: Der Vergleich mit der Vorrunde stimmt den Trainer positiv. Im Spätsommer hatte der FCE die ersten zwei Matches verloren, in diesem Jahr dank zwei Unentschieden gegen starke Kontrahenten noch nicht.

In den kommenden Wochen folgen die Charaktertests gegen die abstiegsbedrohten Kosova II, Hellas und Industrie Turicum. Gelingt den Engstringern eine Siegesserie, haben sie gegen Ende der Saison möglicherweise doch noch die Chance, um die kleine Meisterschaft mitzuspielen.