Kantonalturnfest
Festsieg für den Turnverein und die Damenriege Urdorf

Der TV/DR Urdorf holt in Wädenswil einen Turnfestsieg am Zürcher Kantonalturnfest in Wädenswil.

christoph merki (text und fotos)
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Der TV Oetwil-Geroldswil beim Laufen
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Das Aerobic-Team des TV Weiningen
Die Damenriege des TV Oetwil-Geroldswil ruht sich im Festzelt aus
Rafael Meier von TV Urdorf
Die Schaukelriege des TV Weiningen
Zürcher Kantonalturnfest in Wädenswil

Der TV Oetwil-Geroldswil beim Laufen

Christoph Merki

Ehrgeiz und Spannung, eindrückliche Impressionen und Freude über erbrachte Leistungen. Das Zürcher Kantonalturnfest in Wädenswil wurde zum Erlebnis für über 30000 Teilnehmer und Besucher. Auch wenn die sportlichen Leistungen während der vergangenen zwei Wochenenden im Vordergrund standen, zählten für die Turnfamilie ebenso die einmalige Turnfestatmosphäre und die spürbare Freundschaft unter den Vereinen.

«Für uns ist es wichtig, dass die Jüngsten und auch die Ältesten zusammen mitmachen und Spass haben», definiert Oberturner Stefan Weingart das Ziel des STV Dietikon. «Der Ehrgeiz packt einen schon und man zeigt das Beste, was man kann», stellt seine Vereinskameradin Tanja Hadorn den Wettkampfgedanken ebenfalls in den Vordergrund. Nebst dem Wettkampf durften die «Swiss Champions» aber auch im Rope Skipping an der Topsport-Show mit weiteren Spitzenvereinen das Publikum mit einer farbigen Rope-Skipping-Darbietung verzaubern.

Als Oberturner des TV Birmensdorf zeigte sich Remo Stierli nach dem Wettkampf erfreut, konnte er doch sehr gute Resultate seines Vereines verkünden. So erreichten die Birmensdorfer im Kugelstossen die Höchstnote und im Hochsprung reichte die Leistung für die sehr gute Note von 9.40 Punkten. Mit einer Gesamtnote von 27.30 und dem sechsten Schlussrang in der ersten Stärkeklasse konnte er sich so überaus zufrieden zeigen. Doch nicht nur sportlich scheinen die Birmensdorfer zu harmonieren, so reisten sie gleich mit drei Anhängerzügen nach Wädenswil, je eine Turnergeneration habe so ihren eigenen Wagen, wird erklärt. Verschmitzt fügt «Zipf» beim kleinen Umtrunk in der Wagenburg noch an: «Wir sind übrigens auch die schönsten.»

Turnfestsieg für Urdorf

Als einziger Verein aus dem Limmattal kann sich der TV/DR Urdorf über einen Turnfestsieg freuen. In der Kategorie Team Aerobic 3-5 Teams setzten sie sich am ersten Wochenende gegen ihre Kontrahentinnen durch und durften so die begehrte Goldmedaille entgegennehmen. Doch Corina Kägi zeigte sich ebenso mit dem Sektionswettkampf zufrieden. Auch wenn das Ziel von 26 Punkten mit 25.84 Punkten knapp verfehlt wurde «ist es eine respektable Leistung» meint auch Präsident Rolf Loosli. Freunde hat sich der TV Urdorf sicherlich auch mit seiner «Fahrbar» gemacht. Denn als die Bar im Festzelt dichtmachte, seien Turner verschiedenster Vereine noch beim TV Urdorf auf einen Schlummertrunk auf dem Campingplatz vorbeigekommen, erzählt Roli Baumann.

Auch wenn die Leichtathletikanlagen zum Teil suboptimal angelegt waren, ist die Oberturnerin des TV Weiningen mit ihren Leichtathleten zufrieden. Vor allem die Frauen hätten beim Steinstossen herausragende Leistungen erbracht. Etwas mehr Kopfzerbrechen machte ihr die Bewertung der Gerätekombination. «Wir wurden hier mit über einer Note schlechter bewertet als beim letzten Turnfest, ich weiss nicht, woran es liegt», erklärt Martina Ott. So fiel die Gesamtnote letztlich auch nicht ganz wie gewünscht aus.

Spass im Vordergrund

Auch wenn sich die Frauen der Damenriege Oetwil-Geroldswil beim Wettkampf ehrgeizig zeigten, sogar noch Zusatztrainings absolviert hätten, sei das Resultat nur zweitrangig. «Wir wollen zusammen etwas Schönes erleben», erklärt die Leiterin Nathalie Niederberger. Mit insgesamt 22 Turnerinnen und Turner im Alter von 14 bis 63 Jahren komme auch der Spass nie zu kurz, fügt sodann auch Andrea Dettling an. Ein freudiges Erlebnis war auch für den TV Engstringen das Ziel der Teilnahme am alle sechs Jahre stattfindenden Kantonalturnfest.

Als sehr junger Verein mit Teilnehmern im Alter von 15-33 Jahren gab sich Martina Egli aber realistisch: «Wir wissen, dass wir nicht gewinnen können, wir wollen einfach die Leistungen vom letzten Turnfest verbessern.» So konnte sich der Verein auch über die erkämpften Leistungen freuen, seien sie doch im Fachtest Allround besser als im Training gewesen. Für Jürg Moser vom STV Schlieren stehe ebenfalls nicht die Leistung im Vordergrund, vielmehr stehe der Einsatz der älteren Garde im Zeichen der Jugend: «Wir wollen unsere Jungen ans Turnfest heranführen.»