Marco Schönbächler ist eigentlich in den Ferien. Doch er nimmt sich die Zeit, um mit der Limmattaler Zeitung über das Jubiläum des FC Urdorf zu sprechen. «Ich habe Zeit, kein Problem, wir warten nur auf das Essen», sagt Schönbächler am Telefon. Er
reise mit seiner Freundin gerade mit dem Auto durch die Toskana.
Deshalb kann er trotz Einladung nicht beim Jubiläumsfest des
FC Urdorf am Samstag dabei sein.

Marco Schönbächler, Sie haben bis zu den C-Junioren (14 Jahre und jünger) beim FC Urdorf gespielt. Wenn Sie zurückdenken: Was geht Ihnen als Erstes durch den Kopf?

Marco Schönbächler: (überlegt lange) Das ist eine gute Frage. Es ist schon lange her. Ich erinnere mich, dass ich damals Torwart war, also nicht nur eine Position gespielt habe. Und ich habe mich manchmal als Goalie bis zur Mittellinie durchgedribbelt, wenn meine Mitspieler keine Tore geschossen haben (lacht).

Sie leben jetzt in Albisrieden. Was bedeutet Ihnen Urdorf und speziell der FC noch?

Ich bin Urdorf auf jeden Fall noch verbunden. Meine Eltern leben hier, meine Schwester, Kollegen. Und ich gehe auch noch an die Spiele des
FC Urdorf, wenn ich mal Zeit habe. Der Kontakt ist also sicher noch da.

Was treibt Sie an die Spiele?

Es nimmt mich halt wunder, wie es dem FC Urdorf so ergeht. Und meine Eltern gehen gerne zuschauen. Momentan haben sie ja eine gute Mannschaft. Der Fussball ist attraktiv, um zuzuschauen. Ich habe auch noch Kollegen von früher, die bei Uitikon in der 5. Liga spielen. Da schmunzle ich dann schon mehr, als richtig ernst den Match zu schauen.

Sie sind Fussballprofi. Ihre Kollegen, mit denen Sie früher zusammenspielten, mussten einen zivilen Beruf ergreifen. Wie beurteilen Sie im Nachhinein die beiden Lebenswege?

Ich sehe es als enormes Glück, dass ich als Profifussballer leben kann. Aber es ist eine Tatsache: Fussballer kann man nicht das ganze Leben sein. Irgendwann werde ich auch einem gewöhnlichen Beruf nachgehen müssen. Das wird wohl etwas im Fussballbereich sein. Trainer, auch bei den Junioren, könnte ich mir zum Beispiel gut vorstellen.

Geben Sie dann Ihr Comeback als Spieler beim FC Urdorf?

Das kann ich mir recht gut vorstellen. Mit ein paar Kollegen, die mit mir aufgewachsen sind, in einer Mannschaft in einer tieferen Liga zu
spielen, wäre cool.

Wie kam es dazu, dass Sie den FC Urdorf verliessen?

Als ich etwa 13 Jahre alt war, wurde ich für eine Regionalauswahl aufgeboten. Ich hatte zuvor auf mich aufmerksam gemacht und wohl mein Potenzial gezeigt. In der Auswahl hat mich der FCZ entdeckt. Das war natürlich ein grosser Schritt weg vom Chlösterli.

Ihr ehemaliger Verein spielt am 26. Juni zum Jubiläum ein Freundschaftsspiel gegen GC. Hat Urdorf überhaupt eine Chance?

Auf jeden Fall. Aber ich muss ehrlich sagen: Ich hätte gerne selber mit dem FCZ auf dem Chlösterli gespielt. Es wäre toll gewesen, gegen meinen
Jugendklub anzutreten. Ich bin noch in ein paar Gruppenchats, wo meine Kollegen natürlich gepostet haben, als das Spiel gegen GC feststand. Da habe ich schon gedacht: Lieber hätten wir mit dem FCZ gegen Urdorf gespielt. Aber leider ist es nicht so. Jetzt kann ich nur Urdorf Glück wünschen.