Kommentar
FC Zürich: Wegleitung für die Zukunft

Der Cupsieg ist für den FCZ ein Trostpflaster. Mehr darf es nach dieser Horrorsaison und dem Abstieg auch nicht sein. Trostpflaster bedeutet: direkte Qualifikation für die Europa League und damit gut 2,5 Millionen Franken Prämien.

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Der Pokal steht einsam vor der Südkurve.

Der Pokal steht einsam vor der Südkurve.

Keystone

Der Cupsieg kann im Kampf um den Wiederaufstieg eine wertvolle Erinnerung werden. Nämlich, dass der FCZ fähig ist, unter widrigen Bedingungen zu gewinnen. Die Leistung gestern war nicht überragend, aber die Spieler verdienen Respekt. Auch, wie sie ihren Jubel zu kanalisieren wussten.

Yapi und Nef gehen alleine mit dem Pokal vor die Südkurve.
23 Bilder
Die Spieler des FC Lugano sind Enttäuscht.
Frustration nach dem Schlusspfiff.
FCZ-Vinicius küsst den Pokal.
Uli Forte und Heliane Canepa umarmen sich.
Der Traum der Luganesi ist geplatzt.
Cupfinal 2016
Der FCZ stemmt den Pokal bereits zum neunten Mal in die Höhe.
Yapi (rechts) und Koch liegen sich in den Armen.
So richtig in Feierlaune kam der FCZ verständlicherweise nicht.
Die Spieler des FC Zürich mit dem Pokal.
Die Erleichterung beim Absteiger ist gross: immerhin den Cup gewinnt der FCZ.
Die Zürcher jubeln.
Diskussionen zwischen FCZ-Trainer Uli Forte und dem Schiedsrichtergespann.
Der FCZ bejubelt das 1:0.
Sarr trifft nach einer Ecke von rechts.
Favre hält den Penalty von Bottani.
Bottani scheitert vom Punkt.
Dem Elfmeter ging ein klares Foul von Favre voraus.
Neff gibt vollen Einsatz.
Alioski wird gefoult.
Burim Kukeli muss verletzt und blutüberströmt raus.
Die Tifosi des FC Lugano.

Yapi und Nef gehen alleine mit dem Pokal vor die Südkurve.

Keystone

Die Feier war wohl die traurigste und skurrilste der Schweizer Fussballgeschichte. Wie aber weiter nun? FCZ-Trainer Uli Forte hat in seiner ersten Reaktion nach dem Cupsieg davon gesprochen, wie gerne er in der Meisterschaft noch einige Spiele mehr gehabt hätte. Nun sollte er sich der Herausforderung Wiederaufstieg stellen und weiterhin Verantwortung übernehmen.

Dass auch Ancillo Canepa seine Verantwortung wahrnehmen und den FCZ weiter präsidieren will, kann für den Verein unter Umständen gut sein. Dann nämlich, wenn Canepa die sportlichen Entscheide künftig einem Fachmann überlässt. Er und seine Frau mussten in den letzten Tagen viel Kritik einstecken. Zu Recht, weil sie in sportlicher Hinsicht jahrelang versagt haben. Nicht gefallen lassen müssen sie sich allerdings Wortmeldungen weit unter der Gürtellinie, die in Richtung Drohungen gehen.

Ist ein neuer Sportchef gefunden, gilt es, die Mannschaft umzubauen. Der FCZ darf sein Tafelsilber jetzt nicht verscherbeln. Er muss alles versuchen, dass die wenigen verbliebenen Identifikationsfiguren und jungen Hoffnungsträger (Buff, Schönbächler, Nef, Bua, Grgic) bleiben. Gleichzeitig müssen jene Spieler aussortiert werden, die dem Abstiegskampf mental nicht gewachsen waren – und davon gibt es einige. Es könnte ein teurer Weg werden. Aber einer, der den Verein gründlich reinigt.