Die heutigen Gegner gingen vor Wochenfrist als Verlierer vom Platz. Wettswil-Bonstetten unterlag nach gutem Spiel und 1:0-Führung auswärts United Zürich, Seuzach verlor zuhause gegen Gossau. «So einen schlechten Auftritt von uns habe ich lange nicht mehr gesehen, es war der Wurm drin», stellte Seuzachs Markus Wanner nach dem lustlosen 0:2 fest. Sein Trainerantipode Martin Dosch betonte, dass seine Mannschaft unter der Woche super gearbeitet habe und fügte an: „Sie hätte es schon längst verdient, Spiele zu gewinnen.“ So waren beide Teams bestrebt, sich ins Zeug zu legen, um mit einem Vollerfolg in der Meisterschaft wieder Tritt zu fassen.

Animierte erste Hälfte

Von Angsthasen-Fussball war keine Rede, die Mannschaften starteten selbstbewusst und mit Offensivdrang in die Partie. Die Abwehr von Wettswil-Bonstetten gewann durch die Rückkehr Studers, der sich zuvor lange im Ausland aufhielt, wieder an Stabilität. Die erste Warnung an den Gast erfolgte früh, als Machados Schuss am hinteren Pfosten vorbeizischte. Und kurz darauf verfehlte Gjergji – an diesem Tag in glänzender Spiellaune – ein Zuspiel Bozics nur um eine Zehenspitze. Der Heimklub begann, das Diktat in die Hände zu nehmen. Die grösste Chance der Starthalbstunde offenbarte sich den Einheimischen im Anschluss an einen Corner. Gjergji zirkelte den Ball mit viel Zug in den Strafraum, Kalyon stieg höher als alle anderen, einzig die Lattenunterkante verwehrte seinem Kopfball den Weg ins Tor. Praktisch im Gegenzug tankte sich Seuzachs eifrigster Goalschütze Widmer durch die Abwehr, sein Schuss verfehlte das Ziel knapp.

Obschon Wettswil-Bonstetten das Geschehen weitgehend kontrollierte, geriet es in Rücklage; Seuzachs Auer hatte einem gefälligen Angriff mit einem satten Schuss in die weite Torecke die Krone aufgesetzt. Die Antwort der Gastgeber blieb nicht aus, seine Angriffe wellten nach vorne. Ein Energieanfall Gjergjis wurde knapp nicht belohnt, seinen listigen Lobball behändigte der gut reagierende Keeper Frauenfelder. Und dieser war abermals Herr der Lage, als er einen Volleyschuss Studers hechtend zur Seite lenkte. Beim unmittelbaren Gegenstoss passierte Einschneidendes. Wettswil-Bonstettens Constancio, bereits mit der Gelben Karte behaftet, stieg naiv kompromisslos in einen Zweikampf; prompt wurde er des Feldes verwiesen. Parallelen zu vergangenen Spielen wurden gegenwärtig. Gut gespielt, trotzdem im Rückstand liegend, zudem noch dezimiert.

Wettswil-Bonstetten stürmt aus der Kabine

Imposant, wie Wettswil-Bonstetten nach Wiederanpfiff trotz Unterzahl das Geschehen forcierte und Druck aufsetzte. Bei einem weiten Einwurf Gouiffe à Goufans verspekulierte sich der sonst tadellose Frauenfelder, seine Fäuste boxten ins Leere, der Ball wurde verlängert und hinten stand Machado goldrichtig, um zum 1:1 zu erben. Jetzt folgte die beste Phase des Gastgebers, er wollte nachlegen. Einen Dämpfer erfuhr er nach knapp einer Stunde, als Abwehrstratege Rocha Sampaio verletzt ausschied. Nichtsdestotrotz wurde weiter gestürmt, vor allem Gjergji dribbelte seinen Gegenspieler beinahe schwindlig. Ohnmächtig war kurz darauf auch Frauenfelder, als Gjergjis Geschoss aus der Drehung den Pfosten touchierte. Viel Glück für Seuzach. Es agierte ideenlos, war vielleicht auch einfach überrascht über das energische Auftreten der Dezimierten, die den Sieg unbedingt wollten. In den Restminuten verpasste das Heimteam noch zweimal den Luckypunch, beide Male scheiterte Stürmer Machado. Allerdings musste auch WB-Torsteher Bachmann noch sein ganzes Können unter Beweis stellen, als er mutig und blitzschnell in die Füsse des einschussbereiten Widmer tauchte. Die unterhaltsame Partie endete unentschieden. FCWB beeindruckte mit einer starken Leistung in Hälfte zwei, als er sein personelles Defizit mit beherztem Kampf und Willen wettmachte – aufgrund dessen hätte er sich den Sieg gar verdient. „Ein bisschen mehr Abschlussglück und wir hätten noch gewonnen“, befand WB-Betreuer Wädi Wildhaber, „immerhin dürfen wir uns als moralischen Sieger wähnen.“ Nächste Woche ruht der Meisterschaftsbetrieb, Wettswil-Bonstetten spielt am Samstag, 19. September im Wallis gegen Siders um den Einzug in den Schweizer Cup-Achtelfinal.