Es ist heiss an diesem frühen Abend auf dem Chlösterli, dem Fussballplatz des FC Urdorf. Die Sonne brennt immer noch erbarmungslos hinunter. Dennoch steht den Spielern der Urdorfer 2.-Liga-Mannschaft noch ein Training bevor. «Wir machen jedoch eine lockere Einheit», sagt Urdorfs Trainer Gianni Musumeci. «Mit einem Spiel Jung gegen Alt. Ich werde auch mitspielen.»

Dass die Urdorfer an jenem Abend nochmals trainieren, obwohl die Meisterschaft vorbei ist und die Vorbereitung auf die neue Saison erst im Juli beginnt, hat einen speziellen Grund. Einen, auf den man sich beim FC Urdorf sehr freut: Morgen Dienstag um 18 Uhr empfangen die Limmattaler keinen geringeren Gegner als den Schweizer Rekordmeister, die Grasshoppers, auf dem Chlösterli. Es ist ein Freundschaftsspiel, das sie sich zum 50-jährigen Jubiläum schenken. «Das ist natürlich ein Riesenerlebnis für alle, besonders für die jungen Spieler», sagt Musumeci. Doch auch für ihn ist die Partie eine ganz besondere. Musumeci hatte als Trainer noch nie einen Verein aus der Super League als Gegner. «Es wird für mich spannend sein, zu beobachten, wie Thorsten Fink die Mannschaft coacht», so Musumeci. «Man kriegt live viel mehr mit als im Fernsehen.»

Dass die Grasshoppers überhaupt nach Urdorf kommen, hat der Verein in erster Linie der guten Beziehung zwischen Musumeci und Hakan Yakin zu verdanken. Musumeci fragte Yakin an, als dieser noch zum Trainerteam von GC gehörte. Yakin habe damals spontan zugesagt. Und so werden die Grasshoppers morgen das Chlösterli beehren. Finanzielle Forderungen habe GC übrigens keine gestellt. «Aber wir haben die Mannschaft noch zum Abendessen eingeladen», sagt Musumeci. «Das ist unser Dankeschön.»

Bis zu 500 Zuschauer erwartet

Das gemeinsame Essen wird der Abschluss eines Abends sein, den die Urdorfer zu einem richtigen Ereignis machen. So werden Einlaufkids die Spieler auf den Platz führen. Zudem wird eine spezielle Speakeranlage installiert. Und man wird auf beiden Seiten des Fussballplatzes Verpflegungsstände aufstellen. Schliesslich rechnet man mit bis zu 500 Zuschauern, die zum Chlösterli strömen werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Urdorfer auf dem Chlösterli gegen eine Spitzenmannschaft antreten. Vor einem Vierteljahrhundert hatten sie ein Freundschaftsspiel gegen den FC Zürich. Damals seien rund 400 Zuschauer gekommen, erinnert sich René Janz, Präsident des FC Urdorf, der damals als Spieler auf dem Platz stand. «Es war alles voll», sagt er. «Mir war auch etwas mulmig zumute, aber es war toll, vor so vielen Zuschauern zu spielen.» Damals spielten die Urdorfer noch in der 3. Liga. Gegen die Zürcher waren die Stiere chancenlos.

Anschliessend mussten sie sich von Zaungästen noch anhören, die Partei sei gar nicht so schnell gewesen. «Aber auf dem Platz ging alles sehr schnell», erinnert sich Janz. «Der FCZ war ständig in Bewegung.» Besonders Shabani Nonda, damaliger FCZ-Goalgetter, hat Janz beeindruckt. «Da merkte man den Klassenunterschied.»

Gianni Musumeci, Trainer FC Urdorf

«Wir wollen die Möglichkeit geniessen, uns mit einem solchen Spitzenteam zu messen.»

Gianni Musumeci, Trainer FC Urdorf

Am Ende verloren die Urdorfer mit 1:7. Der einzige Urdorfer Torschütze war Janz. Beim Stand von 0:5 erzielte er den Ehrentreffer. Die Freude, gegen den grossen FCZ ein Tor geschossen zu haben, währte aber nicht lange, da er kurz darauf von einem gewissen Urs Fischer gefoult worden sei. «Ich musste vom Platz humpeln», sagt er. «Der Treffer war also mit gewissen Schmerzen verbunden.» Trotzdem blieb ihm das Spiel in guter Erinnerung: «Es ist einfach schön, wenn man gegen einen solchen Gegner etwas zeigen darf.»

Resultat ist zweitrangig

Etwas zeigen möchten die Urdorfer auch gegen GC. Auch wenn das Ergebnis für einmal keine grosse Rolle spielt. «Das Resultat ist zweitrangig», so Musumeci. «Wir wollen einfach die Möglichkeit geniessen, uns mit einem solchen Spitzenteam zu messen, denn man weiss nicht, ob man eine solche Gelegenheit wieder mal bekommt. Und wir möchten natürlich nicht, dass sich jemand verletzt.» Trotzdem hat er ein klares Ziel: «Wir möchten ein Tor schiessen.» Dann verabschiedet sich Musumeci. Er muss sich umziehen, das Training beginnt gleich.