Fussball
FC Schlieren Trainer Stutz nach 0:1-Heimniederlage: «Das ist kein Team»

Bei Schlierens Frauen wird nach der 0:1-Heimniederlage zum NLB-Saisonauftakt gegen Thun Klartext gesprochen. Zu viele Einzelaktionen, zu wenig Zusammenspiel.

Luca Muntwyler
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Fussball Frauen NLB Schlieren gegen Thun
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Vanessa Jordi scheitert aus guter Position.
Sanja Mijovic vom FC Schlieren behauptet den Ball gegen zwei Thunerinnen.
Michaela Winter erkämpft sich den Ball.
Konnte auch nichts an der Niederlage ändern: Sanja Mijovic.
Münever Akyol setzt sich durch.
Vanessa Jordi setzt sich zwar in den Zweikämpfen durch, kann aber die Niederlage auch nicht verhindern.
Münever Akyol leitet einen erfolglosen Schlieremer Angriff ein.
Münever Akyol bleibt im Spielaufbau immer wieder hängen.

Fussball Frauen NLB Schlieren gegen Thun

Luca Muntwyler

Die grösste Aufregung entstand vor dem Anpfiff: kein Schiedsrichter auf Platz. Der Anstoss der Schlieremer Fussballerinnen gegen die NLA-Absteigerinnen aus Thun musste verschoben werden. «Eine Frechheit», meinte Schlierens Trainer Dominik Stutz. «Der Verband verlangt von uns Professionalität und dann kommt der Schiri zu spät.» 26 Minuten in Verzug gesellte sich dann doch noch der Unparteiische auf das Feld. Das Spiel konnte gestartet werden. Nun sollte sich herausstellen, ob wenigstens die Spielerinnen für den Saisonstart bereit waren.

Schlierens Überlegenheit ohne Folgen

Als endlich Fussball gespielt werden konnte, legten beide Teams einen ruhigen Start hin – lag es an der Nervosität vor dem ersten Saisonspiel oder an der unsicheren Schiedsrichter-Situation? Die meisten Angriffe wurden im Ansatz unterbunden. Schlieren hatte mehr Spielanteile, sehr zur Unzufriedenheit von Thun-Trainer Jean Luc Teyssier. Doch die Limmattalerinnen konnten sie daraus kein Kapital schlagen.

Plötzlich zeigte Schiedsrichter Sejdini Gzim aus dem Nichts auf den Penalty-Punkt . . . im Schlieremer Strafraum. Thuns Jennifer Zurbrügg liess sich nicht zweimal bitten und verwandelte souverän zum 1:0 für die Gäste. Danach rannten die Limmattalerinnen noch vehementer an, doch brachten auch die letztjährigen Torgaranten nichts Zwingendes vor das Thuner Tor.

Das Spielgeschehen in der zweiten Hälfte ist schnell erzählt. Kaum eine Minute war vergangen, da tauchte Münever Akyol vor Thuns Keeperin Mirjam Stäuble auf – ohne Torerfolg. Es scheiterten auf Seiten Schlierens des Weiteren: Vanessa Jordi, Sanja Mijovic, Micaela Winter und Ferize Güllü. «So ein Spiel müsste man ohne Diskussion mit 4:0 gewinnen», resümierte Stutz genervt.

Unzufriedenheit bei Trainer und Spielerinnen

Auch die Umstellung zu einem Dreier-Sturm änderte nichts am Resultat. Die Schlieremerinnen müssen sich den klar unterlegenen Absteigerinnen aus Thun mit 0:1 geschlagen geben. Eine unnötige Niederlage. Das fand auch der Schlieren-Trainer: «Das ist kein Team, wir haben als Mannschaft nicht funktioniert. Es geht nicht, wenn jede für sich läuft.» Diesem Fazit konnte sich Flügelspielerin Vanessa Jordi nur anschliessen: «So schlimm haben wir schon lange nicht mehr gespielt.» Man müsse diese Niederlage so schnell wie möglich abhaken. «Nun müssen wir im Training viel miteinander spielen. Es muss einfach in den Kopf, dass Fussball ein Teamsport ist», erklärt Stutz.