3. Liga

FC Schlieren putzt Engstringen mit 5:0 vom Feld

Schlierens Salvato, Preite und Saxer (in Gelb, von links) lassen Engstringen (rechts Knecht) chancenlos.

Schlierens Salvato, Preite und Saxer (in Gelb, von links) lassen Engstringen (rechts Knecht) chancenlos.

Das Nachbarderby zwischen Schlieren und Engstringen hat keine eigenen Gesetze. Das 5:0 widerspiegelt die Kräfteverhältnisse. Schlieren war ganz die stärkere Mannschaft und siegte verdient.

Nach 20 Minuten brauchte es einen Sündenbock. René Schwendener, der zuvor mit einem aufreizend lässigen Hackentrick einen Ballverlust provoziert hatte, wurde von der Engstringer Bank zum Wechseln aufgefordert. Seine Enttäuschung war verständlich, «alle sind Egos», sagte er zu Teammanager und Assistenztrainer Reto Keller. Der FCE lag in Schlieren 0:1 zurück und enttäuschte auf der ganzen Linie. Der 2:1-Sieg im Cup gegen den Zweitligisten Schwamendingen wirkte angesichts dieser Vorstellung wie ein Ausrutscher der positiven Sorte. Die Gäste präsentierten sich nicht wie ein Abstiegskandidat, sondern wie ein Team, das bereits abgestiegen ist. «Wir trainieren so gut, kämpften gegen Schwamendingen so stark - und dann das», sagte Reto Keller fassungslos.

Auch Cheftrainer Paul Schärer konnte das 0:5 nicht schönreden. «Natürlich könnten auch wir Externe holen, doch unsere Philosophie ist eine andere, die Geduld braucht. Ausserdem müssen wir uns nicht mit Schlieren und anderen messen, die um den Aufstieg spielen, sondern mit Teams, die wie wir gegen den Abstieg kämpfen.» Eine Mannschaft in Reichweite gastiert am kommenden Samstag auf der Brunewiis: Im Zitterderby gegen Oetwil-Geroldswil treffen zwei Equipen aufeinander, die in fünf Partien erst einen Zähler holten.

Schlieren ist wieder dran

Auf der anderen Seite der Tabelle hat Schlieren wieder bessere Chancen auf die Promotion. Als Sechstplatzierter liegt das Team von Trainer Beat Studer lediglich drei Punkte hinter dem neuen Leader Srbija. «In dieser Saison müssen wir den Aufstieg einfach schaffen», sagte der verletzte Stürmer Souhel Muhi-Eddine schon vor der Partie. Er sah in Engstringen keine Hürde auf dem Weg dahin.

Die Schlieremer konnten im Mittelfeld nach Belieben schalten und walten, die wegen Sperren notdürftig zusammengestellte Abwehr hatte während der ersten Halbzeit gar keine Arbeit. «Ich hatte das Gefühl, das Spiel war schon nach zehn Sekunden vorbei, so klar war es heute», sagte Innenverteidiger Mete Güner. Tatsächlich dauerte es bis zur 58. Minute, ehe die Partie mit dem 3:0 endgültig gelaufen war. Erst jetzt kamen die Gäste zu der einen oder anderen Möglichkeit.

Schlieren hatte massig Tormöglichkeiten, von denen es noch zwei nutzte. Bei allen Treffern hatte eines oder mehrere Mitglieder des «Trio Grande» die Füsse im Spiel: Die Doppeltorschützen Emanuele Preite und Nicola Saxer sowie Vorbereiter Marc Salvato waren im Verbund eine Nummer zu gross für Engstringen. Vor allem Saxer bewies, dass er für diese Liga eine Klasse für sich sein kann.

Herrlich, wie er aus dem Fussgelenk Pässe spielte, klasse, wie er mit Dardan Demaj im Doppelpass das 2:0 erzielte und beim 3:0 den Ball unhaltbar an Janic Schweitzer vorbeischlenzte. «Wir haben eine tolle Mannschaft, gerade auch wenn man bedenkt, dass mit Souhel und Mike (Dolium, Anm. d. Red.) zwei starke Spieler verletzt sind», lobte Trainer Studer.

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