Die Schlieremer Spieler schlichen nach dem Schlusspfiff enttäuscht in die Garderobe. So hatten sie sich den Saisonstart nicht vorgestellt. Gegen den Viertligisten Benfica Clube de Zurique waren die Schlieremer klarer Favorit, aus früheren Spielen war allerdings bekannt, dass Benfica kein einfacher Gegner ist.

Kaum Torchancen in der 1. Hälfte

Die Gäste starteten unerwartet nervös in die Partie. Viele Fehlpässe und Unkonzentriertheiten prägten das Spiel, die Schlieremer waren zwar mehrheitlich in Ballbesitz, ein Spielfluss entwickelte sich aber nicht. Benfica trug dazu ebenfalls nichts bei, sie konzentrierten sich auf solide Abwehrarbeit. So blieben Torchancen in der ersten Halbzeit Mangelware und es ging folgerichtig torlos zur Pause.

In der Pause reagierte Trainer Caputo, er wechselte Schäfer und Demaj ein und stellte einige Positionen um. Am Spielgeschehen änderte sich dadurch allerdings nur wenig. Die Schlieremer schafften es nicht, das Heimteam unter Druck zu setzen, sondern fanden gegen die aggressive Verteidigungsweise von Benifca kein Rezept. «Wir haben uns nie in die Partie kämpfen können, sondern haben uns vom aggressiven Gegner den Schneid abkaufen lassen», zeigte sich Captain Baumann kritisch.

Platzverweis als Anfang vom Ende

Die wohl spielentscheidenden Szenen ereigneten sich nach gut einer Stunde. Der unsichere Schiedsrichter zeigte zuerst Rodriguez nach einem Reklamieren die gelbe und kurz darauf wegen Foul die gelb-rote Karte. In beiden Fällen ein äusserst fragwürdiger Entscheid. Dies umso mehr, als dass sich der Benfica-Spieler in der zweiten Szene gar theatralisch hatte fallen lassen und der Schiedsrichter zuvor in ähnlichen Situationen keine Karte gezeigt hatte. Die Schlieremer wirkten nach dem Platzverweis noch ratloser, während das Heimteam etwas besser ins Spiel kam. Ein erster Warnschuss von Benfica klatschte an den Pfosten, doch er verhallte ungehört.

Führungstor aus Offside-Position?

So kam es, wie es in solchen Situationen meistens kommt, in der 87. Minute schoss Peixoto das Führungsgoal für Benfica. Dass der Schiedsrichter hier ein deutliches Offside übersah, passte zum unglücklichen Schlieremer Auftritt. Die Cup-Überraschung war perfekt.

Für die Schlieremer spricht, dass sie nach dem Spiel die Schuld nicht beim Schiedsrichter, sondern bei sich selber suchten. «Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen, wir haben unsere Leistung nicht abrufen können. Nun braucht es gegen Altstetten eine deutliche Steigerung. Eine Vorstellung wie heute reicht nicht», zog Trainer Caputo Bilanz. Die Schlieremer können ihren Fokus ab sofort auf die Meisterschaft richten, die für sie am kommenden Sonntag beginnt.