Die Szene gleich nach dem Schlusspfiff sprach Bände. Als Ref Pascal Schuler das Limmattaler Derby nach 95 Minuten beendete, sank die Mehrzahl der Oetwiler Spieler auf den Boden. Grad dort, wie sie standen, setzten sie sich ins Gras. Müde und kraftlos vom Unterzahlspiel, nachdem sie fast eine ganze Halbzeit mit einem Mann weniger spielen mussten. Nach 53 Minuten flog Angstmann mit einer «Ampelkarte» vom Platz.

Platzverweis als Signal

Bis zu jenem Zeitpunkt waren die spielerisch starken Gäste aus Urdorf auf dem besten Weg zum Derbysieg. Brito (10.), Baumann (30.) und Da Silva (52.) schossen die Tore zum verdienten 3:1-Vorsprung (für Oetwil traf Da Silva nach 28 Minuten).

Doch dann passierte Überraschendes. Mit einem Mann weniger stellten sich die Hausherren auf die Hinterbeine und stemmten sich mit aller Kraft gegen die drohende Heimpleite. Schliesslich mit Erfolg. Gegen die plötzlich zaudernde FCU-Defensive lancierte Mike Wettstein nach 64 Minuten mit dem Anschlusstreffer zum 2:3 die aufwühlende Schlussphase. Urdorfs Trainer Gianni Musumeci sah das Unheil wohl kommen, immer lautstarker dirigierte er seine Mannen.

Eine Viertelstunde vor Schluss erlebte die turbulente Partie ihren Höhepunkt. Mit einem Bogenball über Freund, Feind und den verdutzten Goalie Razvi hinweg glich Marquart die Partie zum 3:3 aus. Vorbei war das Derby aber noch lange nicht.

In den restlichen 20 Minuten konzentrierten sich die Oetwiler nicht etwa auf das Halten des Resultats. Nein, frech suchten sie die Offensive und den entscheidenden vierten Treffer. Dieser fiel dann aber nicht mehr. Und die Partie endete mit einem leistungsgerechten 3:3.

In der kommenden Runde müssen die Oetwiler auswärts gegen Morava ran. Die «Stiere» treffen ebenfalls auf fremdem Terrain auf den Tabellenletzten Industrie Turicum.