Die erste Halbzeit war klasse. Intensiv. Schnell. Kompromisslos. In der vergangenen Saison trafen diese Eigenschaften in den Begegnungen Dietikons und Langenthals jeweils nur auf die Berner zu. Am Dienstag nun war zu sehen, wie sehr die Limmattaler währenddessen aufgeholt haben. Sie lieferten sich ein Match auf Augenhöhe mit einem Spitzenteam der letzten Jahre in der 2. Liga interregional – aber eben nur in der ersten Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel das Déjà-vu der vergangenen Spielzeit. In den ersten sechs Minuten überfuhren die Gäste den FCD, schossen drei Mal auf das Tor von Joao Ngongo, einmal erfolgreich. Tolga Oezdemir traf nach einem herrlichen Konter zum 1:2. Danach hatten zwar Luca Dimita und Durim Ibrahimi zwei aussichtsreiche Möglichkeiten für die Gastgeber, doch insgesamt gesehen reagierten die Dietiker mehrheitlich, anstatt zu agieren. Das aber oft nicht schlecht: Der eingewechselte Adnan Mustafi forderte FCL-Torhüter Besnik Zukaj mit einem Freistoss alles ab (74.). In der 91. Minute stockte den Zuschauern der Atem: Dimita und Cajic verpassten den Ausgleich. Damit war die zweite Niederlage im sechsten Match Tatsache. Der FCD verpasste die Rückeroberung der
Tabellenspitze.

Abwehr muss sich finden

Nach der Startphase der Partie hatte es noch gut ausgesehen mit diesem Vorhaben: Der nach seiner Sperre zurückgekehrte Luca Dimita traf aus der Drehung zum 1:0 (12.). Diesem Tor war eine Riesenchance der Gäste vorausgegangen. Der nachmalige Siegtorschütze Oezdemir hatte aus wenigen Metern über das Gehäuse geschossen. Ebenjener Akteur sollte später nochmals den Ärger der betagten Langenthaler Fanfraktion auf sich ziehen: In der 39. Minute traf er aus zehn Metern die Latte. Dass er sich den Ball seelenruhig zurechtlegen konnte, machte das Versäumnis noch grösser – und zeigte Schwächen in der Dietiker Hintermannschaft auf. Nicht zum ersten Mal an diesem Abend. So herausragend sie mit
den ehemaligen Professionals Naim Haziri, Samir Kozarac und Velisav Stevovic besetzt ist: Auch sie muss sich erst finden.

Trotz dieses Dämpfers darf der FCD zufrieden sein mit den bisherigen Leistungen. Diese waren vielversprechend, nicht zuletzt dank geglückter Transfers. Kamen in den vergangenen Wochen mit Kozarac und Denis Krleski – er stammt aus dem Nachwuchs der Grasshoppers – zwei weitere bestechende Spieler dazu, konnte Sportchef Pietro Iellamo gestern verlauten lassen: «Der Kader ist genug gross und genug stark, wir sind zufrieden so.»