Fussball
FC Dietikon vergibt Sechs-Punkte-Chance

Der FCD stellt sich gegen Wiedikon umständlich an – ein torloses Remis in der 2. Liga. Dabei nutzen die Dietiker die gute Ausgangslage nicht. Die Verfolger im Aufstiegsrennen hatten nämlich alle gepatzert.

Raphael Biermayr
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FC Dietikon kommt über ein Remis nicht hinaus (Archivbild)

FC Dietikon kommt über ein Remis nicht hinaus (Archivbild)

Limmattaler Zeitung

Er konnte es nicht lassen. «In der Nacht habe ich den Text abgeändert», sagte Peter Ardielli und grinste wie ein kleiner Junge. Der Vizepräsident, Speaker und Webmaster des FC Dietikon reicherte die Vorschau auf das Match gegen Wiedikon mit der aktuellen Ausgangslage nach dem Samstagsspielen an.

Die war hervorragend: Dietikons Verfolger im Aufstiegsrennen patzten. So winkte den Limmattalern die Chance auf einen Sechs-Punkte-Vorsprung an der Spitze. Dass es am Ende nur einer wurde, war eine Enttäuschung, auch wenn die Exponenten um Relativierung bemüht waren. «Wir haben nicht verloren und einen Punkt gutgemacht – ich fühle mich nicht als Verlierer», sagte Captain Markus Würsten. Dass er sich nicht als Verlierer fühlen musste, lag auch an ihm selbst. Die Wiediker übergaben das Spieldiktat vollständig an den Favoriten, um mit Kontern eine Überraschung zu schaffen. Drei Mal scheiterten sie in der Schlussphase knapp, Würsten stand zwei Mal im Weg.

Vorhersehbares FCD-Spiel

Würstens Aussage entgegen standen die Gesichter der Dietiker Akteure beim Schlusspfiff. Sie waren sehr lange. Denn neben der verpassten Chance stand der Eindruck eines der schwächeren Auftritte der Saison. «Wir spielen einen wirklich schlechten Fussball», sagte Boris Dabic während der Begegnung. Er hatte recht. Das Spiel der Limmattaler war von A bis Z durchschaubar. Schüsse aus der Distanz, die teilweise meterweit am Tor vorbeistrichen, verdeutlichten die Hilflosigkeit und die Ungeduld, die schon während der ersten Begegnungen nach der Winterpause den einen oder anderen Punkt kosteten, dann aber eigentlich überwunden schien.

War das ein Zeichen für Nervosität in Anbetracht des immer greifbarer werdenden historischen Moments des Aufstiegs? «Ich denke nicht, dass wir einen Grund hatten, nervös zu sein. Es war sehr heiss heute und entsprechend schwierig für uns, die wir mehr für das Spiel tun mussten», sagte Captain Würsten. Die Gastgeber vergaben vor allem während der ersten Halbzeit grosse Möglichkeiten. Auch die letzte Szene war eine Dietiker Torchance, die sinnbildlich für die gestrige Partie war: Anthony Gullo scheiterte mit seinem Kopfball aus vier Metern am starken Torwart René Amstalden. Das Tor hätte aber nicht gezählt wegen einer Abseitsstellung – es war schon die zehnte.