Übermorgen Samstag bestreitet der EHC Urdorf sein letztes Spiel dieser Saison. Ein Spiel, das in Bezug auf die Tabellensituation einiges an Spannung hätte versprechen können. Denn die drittplatzierten «Stiere» treffen auf den EHC Seewen, der auf Rang 2 steht. Eigentlich hätte die Partie für die Urdorfer zum grossen Finale im Kampf um einen der ersten beiden Tabellenplätze werden sollen, mit denen man sich die Qualifikation für die Playoffs und damit die Möglichkeit zum Aufstieg in die 2. Liga gesichert hätte. Doch stattdessen geht es für die «Stiere» am Samstag um nichts mehr, da sie vier Punkte Abstand auf Seewen haben und der zweite Platz auch bei einem Sieg ausser Reichweite liegt.

«Wir sind selber schuld an dieser Situation», sagt Andi Wismer. Der Urdorf-Trainer bezieht sich damit auf die sieben Niederlagen, die sich die Urdorfer in der Saison vor dem letzten 18. Spiel eingehandelt haben. Die zweite in dieser Serie, das 2:3 gegen Seewen, hat besonders an Wismer genagt: «Das war total unnötig», ärgert er sich.

Unnötig waren aus Urdorfer Sicht aber auch die Pleiten in den beiden letzten Spielen, da die «Stiere» gegen Gegner angetreten waren, die sie eigentlich hätten bezwingen müssen. Doch erst unterlagen sie dem damals auf dem vorletzten Platz rangierenden Glarner EC mit 1:3, dann Engelberg-Titlis, das ebenfalls im unteren Tabellendrittel platziert war, mit 2:4. «Beide Mannschaften waren im Abstiegskampf und gaben gegen uns Vollgas», meint Wismer. «Hinzu kommt, dass wir viele Chancen hatten, diese aber nicht nutzen konnten.»

Die mangelnde Effizienz bei der Chancenverwertung ist ein Defizit, das den Urdorfer «Stieren» nicht erst seit dieser Saison zu schaffen macht. Schon in der vergangenen Spielzeit, als die «Stiere» noch in der 2. Liga spielten, zeigten sie sich vor dem gegnerischen Tor zu wenig abgebrüht und schossen entsprechend wenige Tore, was dann schliesslich auch zum Abstieg in die 3. Liga führte.

Viele Strafminuten für Urdorf

Die Abschlussschwäche der Urdorfer ist jedoch nicht der einzige Grund dafür, dass sie weniger Punkte als erhofft auf ihrem Konto und damit die Playoffs verpasst haben. Sie haben in dieser Saison auch sehr viele Strafminuten absitzen müssen, nämlich über 300. Auf die 17 bisherigen Spiele heruntergerechnet, entspricht das im Schnitt über 17 Minuten pro Partie, in denen Urdorf nicht mit fünf Spielern auf dem Eis agieren konnte. Auch wenn die Urdorfer in einigen Partien Pech mit Schiedsrichterentscheiden hatten: Was ist der Grund für diese Strafenflut? «Wir sind einfach zu wenig Schlittschuh gelaufen, wir waren zu langsam», meint Wismer. «Dadurch sind wir einen Schritt zu spät gewesen und haben uns diese Strafen eingehandelt.» Besonders die Strafen in der offensiven Zone ärgern den Urdorfer Coach. «Wenn wir uns beim Verteidigen Strafen holen, kann ich das akzeptieren», sagt er, «aber nicht im Angriff. Das sind dumme Strafen.»

Zuversichtlich fürs letzte Spiel

Ein dritter Faktor für die verpasste Playoff-Qualifikation ist womöglich ausgerechnet die Tatsache, dass die Urdorfer in den ersten Saisonpartien gleich drei Siege einfahren konnten: gegen Thalwil, Küssnacht am Rigi und Zugerland. «Vielleicht war bei uns der Gedanke im Hinterkopf, dass wir nicht verlieren können», meint Wismer.

Trotz der schwierigen Saison kann Wismer ein positives Fazit ziehen. «Angesichts der vielen jungen Spieler in unserem Team bin ich mit dem dritten Tabellenplatz zufrieden.» Zufrieden ist Wismer auch mit der Einstellung in der Mannschaft. «Wir sind voll motiviert und wollen gegen Seewen unbedingt gewinnen», gibt er sich zuversichtlich. Schliesslich wolle man den vielen Zuschauern, die den EHC Urdorf während der Saison treu begleitet hätten, noch etwas bieten.