Faustball
Faustballerin Patricia Koruna ist Debütantin im Alter von 29 Jahren

Heute beginnt in Diepoldsau die Frauen-EM – mit Patricia Koruna vom STV Schlieren. An der Heim-EM wird sie gleich eine doppelte Premiere feiern. Sie nimmt nicht nur zum ersten Mal an einer Europameisterschaft teil, sondern gibt gleichzeitig auch ihr Debüt im Dress der Nationalmannschaft.

Fabio Baranzini
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Abwehrspielerin Patricia Koruna (hier an ihrem Arbeitsort am Flughafen Kloten) ist erstmals für das Nationalteam nominiert.fba

Abwehrspielerin Patricia Koruna (hier an ihrem Arbeitsort am Flughafen Kloten) ist erstmals für das Nationalteam nominiert.fba

«Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass ich in meinem Alter noch nominiert werde. Dass es jetzt geklappt hat, ist das Tüpfelchen auf dem i», freut sich die 29-Jährige Patricia Koruna.

Obwohl Koruna nach 21 Jahren Faustball über viel Erfahrung verfügt, mit Schlieren mehrere Schweizer Meistertitel gewann und im Europacup im Einsatz stand, macht sie sich keine Illusionen bezüglich ihrer Rolle in der Nationalmannschaft. «Auf meiner Position ist Nicole Münzing die klare Nummer eins. Sie ist Captain und meiner Meinung nach die beste Abwehrspielerin des Landes», erklärt Koruna. Natürlich hofft sie dennoch auf ein paar Einsätze in Diepoldsau. «Die Trainer werden die richtigen Entscheidungen treffen; wenn ich zum Einsatz komme, werde ich bereit sein», verspricht Koruna, die als Stimmungsmacherin bekannt ist. Sie ist überzeugt, dass die Schweizerinnen Grosses erreichen können, denn wenn sie in einen Spielrausch kämen, sei alles möglich.

Spielerin und Funktionärin

Das Leben von Patricia Koruna, die seit vier Jahren als HR-Fachfrau am Flughafen Zürich arbeitet, dreht sich fast ausschliesslich um Faustball. Neben den Einsätzen in der Meisterschaft und den drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche ist sie Mitglied der Frauen-Kommission des nationalen Verbandes. «Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes, aber Faustball ist für mich wie eine zweite Familie», so Koruna, die in Bern wohnt. Wenn Koruna über Faustball spricht, dann bekommt man den Eindruck, die Szene sei eine eigene kleine Welt, in der sich alle kennen und in der sich nicht alles ums Geld dreht, sondern der Sport und die Geselligkeit im Zentrum stehen. «Wenn man Faustball richtig betreibt, dann prägt einen dieser Sport. Ich habe da neue Freunde gefunden und Dinge gelernt, die mir auch ausserhalb des Sports helfen», erklärt Koruna.

Daher denkt die Abwehrspielerin auch noch lange nicht ans Aufhören. Sie möchte im kommenden Jahr an der EM in Tschechien teilnehmen und mit Schlieren weitere Titel holen – ja mehr noch: «Am liebsten möchte ich noch ewig weiter ‹fausten.»

Die Schweizerinnen treffen an der EM in Diepoldsau (Rheinauen) heute in der Vorrunde auf Tschechien (10.00), Italien (11.30), Österreich (13.00) und Deutschland (17.00). Die Final- und Klassierungsrunde findet morgen statt.