Für die Familie Greiner ist Curling nicht nur ein Sport. Curling ist eine Passion. Die Leidenschaft auf dem Eis betreiben Vater Jacques, Mutter Helga, Sohn Joël und die zwei Töchter Jacqueline und Janine sehr erfolgreich. Besonders Janine: Sie hat zwei Teilnahmen an Olympischen Spielen und je eine Goldmedaille an Welt- und Europameisterschaften in ihrem Palmares. Zwar reichte es den restlichen Familienmitgliedern nicht für Edelmetall, internationale Erfahrung können jedoch alle aufweisen.

Auch wenn sich Janine Greiner vom Spitzensport zurückgezogen hat, der sportliche Ehrgeiz ist geblieben. Beinahe wäre auch noch ein kantonaler Triumph dazugekommen. Das erste Mal als Familienteam unterwegs, mischten die Greiners in der Züricher Curling Superliga tüchtig mit.

Neun Siege, fünf Niederlagen und zwei unentschiedene Matches reichten sogar für die Finalteilnahme am vergangenen Montag, ausgerechnet gegen die eigenen Klubkontrahenten Uitikon-Waldegg 1 mit Skip Christian Moser.

Spannungen gehören dazu

Die erste Begegnung auf dem Eis im Rahmen der Superliga konnten die Greiners knapp für sich entscheiden. «Ich war schon ein wenig nervös und spürte den Ehrgeiz vor dem Spiel um den Sieg», verriet Janine Greiner. Bis zum vierten End lagen beide Teams noch gleichauf, jedoch schrieb Uitikon-Waldegg 1 sodann ein Dreierhaus und liess sich den Sieg nicht mehr nehmen. «Wir verstehen uns gut und es funktioniert einfach», freute sich Christian Moser. Verletzungsbedingt musste er jedoch das Finalspiel von der Tribüne aus verfolgen und wurde auf dem Eis von Manuel Ruch ersetzt.

Eine Rochade ergab sich auch beim Greiner-Team. Während Jacqueline anfangs noch mitspielte und als Skip fungierte, machte sie aufgrund der Schwangerschaft nach neun Spielen ihrem Partner Martin Bertoldo Platz auf dem Eis. «Ich spiele seit gut drei Jahren Curling, in einer Familie, in der jeder super Curling spielt, da muss man einfach mitmachen», erklärte Bertoldo seine neugewonnene Faszination.

Im Familienteam zu spielen ist jedoch auch nicht immer ganz einfach, weiss Janine Greiner. «Natürlich gibt es Spannungen und in der eigenen Familie ist man vielleicht auch mal direkter als sonst», erzählte sie, «aber nach dem Spiel ist immer alles sehr schnell wieder vergessen.»

Familie Greiner wird wieder um den Pokal spielen

Ein wenig enttäuscht über den zweiten Platz ist das Familienoberhaupt Jacques, seien es doch mitunter seine Steine gewesen, die nicht da liegenblieben, wo er sie gerne gehabt hätte. Doch die Familie Greiner lässt sich nicht unterkriegen und wird in der kommenden Superliga wieder um den Pokal spielen.

Den Einzug in die Finalrunde verpasste hingegen das Team Limmattal mit Skip Claudio Pescia. «Der neunte Rang ist sehr enttäuschend», gab er unumwunden zu, «wir sind sehr gut gestartet, dann aber eingebrochen.» Spass habe das Spielen in der Liga aber dennoch gemacht, vor allem, da der international erfahrene Curler mit seinem Sohn Kevin zusammenspielen konnte.