3. Liga
Euphorisiertes Schlieren überfährt Engstringen im Derby mit 5:2

Die Antwort fiel heftig aus. Nachdem Patrick Meier das 1:0 für Engstringen erzielt hatte, war es paradoxerweise um die Gäste geschehen. Denn dieser Treffer wirkte wie ein Schmiermittel für die Schlieremer Offensivmaschinerie.

Raphael Biermayr
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Deren Namen lesen sich eindrucksvoll, zumal für 3.-Liga-Verhältnisse: Dario Marjanovic, Sladjan Peric, Nicola Saxer, Souhel Muhi-Eddine, Emanuele Preite – und natürlich der Heilsbringer: Giuseppe Sorrentino. Ein wütender Angriff folgte auf den nächsten. Die Zuschauer erhielten bald eine Ahnung davon, was FCS-Trainer Beat Studer schon längere Zeit andeutete, als er davon sprach, dass «jeder Angriff von uns gefährlich sein wird».

Einstand nach Mass

Sorrentino war es schliesslich vorbehalten, den Ausgleich zu erzielen. Er verwertete einen herrlichen Saxer-Pass cool (33.). Diese Abgeklärtheit ging ihm wenig später ab, als er FCE-Torwart Manuel Suter erneut umkurvt hatte, aber den auf der Linie stehenden Lukas Baur anschoss. Schlieren war da bereits auf der Siegerstrasse, denn zwischendrin hatte sich Peric leichtfüssig und artistisch gegen die überforderten Verteidiger durchgesetzt.

Engstringen am Anfang gefährlich

Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeber noch eine Schippe drauf. Kevin Rodriguez, Preite, Muhe-Eddine und Gattiker vergaben allesamt Riesenmöglichkeiten, ehe Saxer vom Elfmeterpunkt doch noch zum 3:1 traf (68.). Danach mussten die Gäste mehr riskieren, was den an sich auf Konter spezialisierten Schlieremern in die Hände spielte. Dass es in der Endabrechnung «nur» 5:2 stand, lag einerseits am starken Torhüter Suter, andererseits und vor allem an den Gastgebern selbst. Sie hätten mehr Treffer erzielen müssen.

Aber auch mehr Gegentreffer erhalten. Engstringen hatte zwar nach dem Seitenwechsel bis auf das Tor von Baur zum 4:2 (73.) keine erfolgversprechende Aktion. Doch die Gäste hätten in der Startphase der Partie etwas Zählbares aus dem Plus an Spielanteilen schlagen müssen. Baur und Luck scheiterten in den ersten Minuten kläglich respektive knapp. Egon Isenrings Bogenschuss konnte Michael Angstmann an die Latte lenken (19.). Die Absenz von Yannik Ryf – der talentierte Offensivspieler fällt mit einer Oberschenkelverletzung zwei bis vier Monate aus – machte sich bemerkbar, was die Kompromisslosigkeit vor dem Tor anbelangt.

Dass Trainer Paul Schärer aber davon sprach, dass der Sieg «zwei Tore zu hoch» ausgefallen sei, war ein Hohn. Ein Resultat von 12:5 hätte den Verhältnissen eher entsprochen. Durch Ballbesitz allein gewinnt man weniger Spiele als durch Tormöglichkeiten. Nach seiner üblichen Tirade gegen den Schiedsrichter fand der ehemalige Klassestürmer doch noch so etwas wie anerkennende Worte für den Kontrahenten: «Die haben alleine schon eine Bank wie Bayern München.»

Knüllerspiele am nächsten Samstag

Engstringen wartet noch auf den ersten Vollerfolg der Saison. Nach drei Derbys fällt die Bilanz mit einem Zähler trist aus. Am kommenden Samstag empfängt es mit ThalwilIIb den Kontrahenten im Abstiegskampf der letzten Saison. Gewinnt der FCE auch diese Partie nicht, dürfte sein Albtraum weitergehen, sprich: er würde wohl erneut gegen die Relegation spielen. Ganz anders Schlieren: Das Team des Trainerduos Beat Studer/Antonio Caputo tritt gleichentags zum Spitzenkampf in Niederweningen an, um ein weiteres Kapitel im Märchen zu schreiben. Eine Kreativpause muss allerdings Nicola Saxer einlegen: Wegen einer Unbeherrschtheit sah er gegen Engstringen in der Schlussphase die rote Karte.