Eishockey
Es warten einige Veränderungen auf den EHCU

Urdorfs Sportchef Lolo Bertschmann hat sich nach dem Ligaerhalt eine Menge vorgenommen für die Zukunft des EHCU. Neben der wichtigen Trainersuche beschäftigt Bertschmann vor allem auch die Bemühungen um einen besseren Ruf für das Urdorfer Team.

Raphael Biermayr
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Abgang: Tobias Landis fehlt den Urdorfern wegen einer Auslandreise, er erzielte in 48 Partien 42 Skorerpunkte.

Abgang: Tobias Landis fehlt den Urdorfern wegen einer Auslandreise, er erzielte in 48 Partien 42 Skorerpunkte.

Manuel Geisser

Seit zwei Wochen steht fest, dass Urdorf auch in der kommenden Saison in der 2. Liga spielt. Die ersten Weichen für die Zukunft sind bereits gestellt. Nach Angabe von Sportchef Lolo Bertschmann verlassen Tobias Landis (Auslandaufenthalt) und Tizian Müller (Illnau-Effretikon) das Team definitiv.

Landis war mit 16 Punkten Topskorer des Teams in der vergangenen Spielzeit und mit total 42 Zählern in 48 Partien der beständigste Punktesammler der letzten Jahre. Auch Thomas Wigger hat ihm signalisiert, dass das Feuer nach 14 Saisons nicht mehr ganz so stark lodert wie früher.

Bei den Senioren warten darüber hinaus zahlreiche ehemalige Weggefährten auf ihn. «Ich werde auch nicht jünger – nach einem Spiel tut mir alles weh», sagt der 31-jährige Wigger auf Anfrage mit einem Augenzwinkern. Er werde «ziemlich sicher» nicht mehr dabei sein. Fortsetzung folgt höchstwahrscheinlich, denn was Zuzüge anbelangt, ist noch alles offen. Möglich, dass der EHCU am Ende auf jeden Mann angewiesen ist.

Trainernachfolge offen

Allen voran steht die Frage nach dem neuen Trainer. Bertschmann hat sich während der laufenden Woche mit einem Kandidaten getroffen, mit dem er seit längerem im Gespräch ist. Jener konnte ihm noch keinen Bescheid geben. «Bis spätestens Ende März will ich Klarheit haben», sagt der Sportchef. Er will sich nicht allein auf den Entscheid des ominösen Kandidaten verlassen, sondern Ausschau nach Optionen halten, um für eine allfällige Absage gewappnet zu sein.

Eine naheliegende Option ist das Duo Sandro Duttweiler und Adrian Casutt, das in der zu Ende gegangenen Spielzeit zur Assistenz von Thomas Heldner fungierte. Wie Heldner verfügt aber keiner der beiden über ein Trainerdiplom. Dem Walliser diente sein Vorgänger Dani Hüni als Diplomhalter. Was im Fussball auf dieser Stufe undenkbar wäre, ist im Eishockey noch geduldet.

Doch Bertschmann, der selbst kurz vor dem Erlangen des nötigen Diploms steht, denkt, dass damit in naher Zukunft Schluss sein dürfte. Weil es wohl noch länger dauert, bis der neue Trainer bekannt ist, obliegt es Bertschmann, Entscheidungen hinsichtlich der Gestaltung des (Sommer-)Trainings und des Trainingslagers zu fällen.

Ihm schwebt vor, die Spieler einem Fitnessprogramm zu unterziehen – die schwache körperliche Verfassung der abgelaufenen Saison lässt grüssen. «Die Physis ist die Basis», weiss Bertschmann.

Neuer Ruf gesucht

Er will nicht nur die Fitness verbessern, sondern auch den Ruf des EHCU. Dieser sei nämlich negativ. «Ich will, dass es in Zukunft heisst, dass in Urdorf eine tolle Atmosphäre herrscht und man gern dort spielt.» Bertschmann hat im Rahmen seiner Tätigkeit einen tieferen Einblick in die Mannschaft erhalten und dabei nach seiner Auffassung mangelnde Solidarität ausgemacht.

Sauer ist ihm insbesondere die laxe Trainingsmoral aufgestossen und das Sich-Abstützen auf Mitspieler, wenn es um das Begründen von Absenzen geht. Und um die allgemeine Auffassung. «Ich verstehe, wenn jemand krank ist und deshalb nicht ins Training oder zu einem Spiel kommen kann. Aber wenn ein Bekannter Geburtstag feiert, geht der Sport vor.»

Hehre Absichten von Bertschmann, die nicht neu sind. Neu wäre im Gegensatz zu manchem Vorgänger, wenn er sie verwirklichen könnte.

Limmattal Wings vor dem Zitterspiel

Die Limmattal Wings sollten am Sonntag in der 3.-Liga-Schlussrunde in Engelberg (17 Uhr, Sportzentrum) punkten, um nicht in die Barrage
zu müssen. Lolo Bertschmann, der Urdorf- und Wings-Sportchef sowie Spieler Letzterer, ist überzeugt: «Wir gewinnen.»