So wichtig wie Daniel Imhof ist kein Feldspieler. Beim Erstligisten HC Dietikon-Urdorf nimmt nur Torhüter Josip Katicic einen ähnlich hohen Stellenwert ein wie der 27-jährige Möbelschreiner, der sich in seiner zehnten Spielzeit mit den Limmattalern befindet.

Die Zahlen sind beeindruckend: Seit seinen ersten Einsätzen in der NLB in der Saison 2002/03 erzielte Imhof bis dato 1092 Meisterschaftstore für den HCDU. «Ich spiele Handball aus Spass und wegen der Kollegen», sagte er schon vor vier Jahren gegenüber dieser Zeitung. Heute darbt der Verein, die glorreichen NLB-Zeiten sind längst vorbei, ja fast vergessen. Ein Gespräch mit einem, der trotzdem Spass hat.

Daniel Imhof, der HCDU kämpft in der 1. Liga gegen den Abstieg, zu den Heimspielen kommen kaum mehr Zuschauer. Was macht Ihnen daran Spass?

Daniel Imhof:Spiele wie im Cup gegen Pratteln, als wir zu siebt spielten und eigentlich keine Chance hatten, aber toll kämpften und nahe dran waren. Oder der Sieg mit einem Tor Unterschied gegen Frauenfeld, ein Spiel, das wir letztes Jahr verloren hätten. Es sind die kleinen Dinge, die mich aufstellen, mir Freude machen.

Wie beurteilen Sie die wenig euphorische Stimmung im und um den Verein?

Früher war es familiärer, die Eltern der Spieler kamen zu den Spielen. Der Hauptgrund für das Ausbleiben der Zuschauer ist vermutlich der Misserfolg. Ich hoffe natürlich, dass wieder mehr kommen; es macht schon mehr Spass, in einer vollen Halle zu spielen.

Gegen Pratteln löste Trainer Stefan Konkol wegen der zahlreichen privaten Absenzen eigens eine Spielerlizenz, damit wenigstens ein Ersatzspieler zur Verfügung stand. Hat Sie das nicht gestört?

Natürlich sollte der Trainer nicht mitspielen müssen. Es war Pech, dass so viele fehlten, respektive, dass das Match an einem Wochenende stattfand, denn normalerweise sind Cupspiele unter der Woche.

Sie selbst fehlten wie viele andere auch am ersten Meisterschaftsspiel ferienbedingt. Ist das innerhalb des Teams kein Problem?

Grundsätzlich will ich klarstellen: Wir sind nicht am «Pläuschlä». Wenn alle da sind, geht es bei uns seriös zu und her. Der Handball sollte im Vordergrund stehen. Aber wenn man wie ich nicht immer Ferien nehmen kann, weil beispielsweise die Familienväter Vorrang haben, muss man das akzeptieren. Ich hätte kein Verständnis, wenn man etwa wegen des Besuchs einer Geburtstagsparty auf ein Spiel verzichtet – aber solche Fälle gibt es bei uns zum Glück nicht.

Trainer Konkol trat nach dem Pratteln-Spiel frustriert zurück. Wie beurteilen Sie die Trainersituation?

Ich verstehe seine Entscheidung. Felix (Erzinger, der Interimstrainer; Anm. d. Red.) ist eine gute Lösung. Er kennt ja das Team, ist, glaube ich, schon die zweite Saison hier (es ist die erste; Anm. d. Red.) und macht eine Trainerausbildung. Seine Trainings sind einwandfrei.

Würde Sie das Traineramt reizen, vielleicht als Spielertrainer?

Zurzeit gar nicht, zudem bin ich kein Fan von Spielertrainern.

Man sagt, sie seien einer, der sich am Ende jeder Saison mit Rücktrittsgedanken plagt, stimmt das?

Das stimmt, aber nach ein, zwei Monaten Abstand vermisse ich den Handball jeweils. Und solange ich Spass daran habe, höre ich sicherlich nicht auf.

Gibt es etwas, das Ihnen den Spass am Handball verderben kann?

Häufig zu verlieren. Da fragt man sich schon, wofür man den Aufwand eigentlich auf sich nimmt.

Sollten Sie dereinst aufhören, wäre das Team enorm geschwächt. Belastet Sie dieser Gedanke?

Belasten nicht, aber er beschäftigt mich natürlich. Ich freue mich, wenn meine Tore der Mannschaft helfen. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass es ohne mich bachab gehen würde. Die Jungs sind stark genug für die 1. Liga.