Kurz vor ihrer Kür in der Kategorie Interbronze Ältere fuhr die Urdorferin Aline Gallati nochmals an die Bande und besprach sich mit Fabrizio Urso, dem Haupttrainer des Eislaufclubs Urdorf (EC Urdorf). Nach der Unterredung lachten beide und Gallati fuhr in die Mitte der Kunsteisbahn Weihermatt, um ihre Kür zu beginnen. Die fröhliche Miene, die sie zuvor durch das Gespräch bekommen hatte, behielt sie bei.

Gallati war sozusagen das Paradebeispiel für den Erfolg von Ursos Strategie am vergangenen Wochenende. Diese bestand darin, den Eisläuferinnen und -läufern vor dem Wettkampf die Nervosität zu mindern und sie möglichst locker aufs Eis zu lassen. «Ich habe ihnen vor der Kürkonkurrenz gesagt, dass wir hier zu Hause fahren und sie zeigen dürfen, was sie können», sagte er. «So merken sie, dass sie hier nicht gezwungen werden, eine gute Leistung zu zeigen, und ich möchte auch keinen Druck zulassen.»

Ursos Erwartungen übertroffen

Eine Strategie, die sich an diesem Wochenende auch auf den Ranglisten bezahlt machte. Denn der EC Urdorf konnte gleich mehrere Podestplätze ergattern. «Die Kinder sind wirklich erstaunlich, sie haben meine Erwartungen übertroffen», sagte Urso. Bemerkenswert sei zudem, dass die Läuferinnen und Läufer sich gegenseitig den Erfolg gönnten. «Da gibt es keinen Neid», sagte Urso, der beim EC Urdorf in seiner zweiten Saison als Haupttrainer waltet. «Die Kinder schauen einander zu und feuern einander an.»

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Auch Luk De Crom, der Präsident des EC Urdorf, zeigte sich angetan von den Leistungen der jungen Läuferinnen und Läufer. «Wenn man die Entwicklung der Kinder mitverfolgt hat, sieht man, wie sie nochmals einen Schritt nach vorne gemacht haben», sagte er. «Und das ist auch das Verdienst von Fabrizio Urso und seinem Trainerteam.» Dieses Modell eines Trainerteams, das im Eiskunstlauf eigentlich unüblich ist, sieht De Crom als Vorteil: «Die Trainer können einander gegenseitig beraten, wenn sie bei einem Kind den Bedarf dazu haben.»

Noch nicht am Limit

Doch nicht nur mit der Darbietung der eigenen Mitglieder war der Präsident des EC Urdorf zufrieden, sondern auch mit der Zahl der Teilnehmenden. Vom EC Urdorf waren 36 Läuferinnen und Läufer am Start, was laut De Crom etwa der Hälfte der Mitgliederzahl entspricht. Insgesamt hatte die Kürkonkurrenz in diesem Jahr 180 Teilnehmende und damit mehr als im Vorjahr. Die Kapazitäten seien allerdings noch nicht ausgeschöpft, so De Crom: «Wir hätten am Samstag noch Platz für mehr Läuferinnen und Läufer.» Denn am Samstag endete der Wettkampf zwei Stunden früher, als am Sonntag – soll heissen: Man hätte samstags noch ein Zeitfenster. Würde dieses genutzt, könnten theoretisch etwas mehr als 200 Teilnehmende an der Kürkonkurrenz starten, dann wäre auch der Samstag voll.

Noch mehr Starterinnen und Starter möchte De Crom allerdings nicht. «Dann müssten wir die Kürkonkurrenz auf drei Tage ausweiten», sagte er. «Und dann müssten sich die Kinder freinehmen. Also wären wir im Bereich des Leistungssports. Wir möchten aber im Breitensport bleiben.»