Fussball
Erneuter Punktverlust des FC Dietikon lässt Vorsprung auf zwei Zähler schrumpfen

Der Tabellenführer FC Dietikon kam auswärts beim SC Binningen nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. Strittige Entscheidungen seitens des Schiedsrichtergespanns und vergebene Torchancen prägten das Spiel.

Georges Küng
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Luca Dimita (weiss) konnte gegen Binningen nicht treffen.

Luca Dimita (weiss) konnte gegen Binningen nicht treffen.

Roland Schmid

Wäre der Vergleich zwischen Binningen und Dietikon ein Boxkampf gewesen, so hätten die Gäste einen klaren, einstimmigen Punktesieg errungen. Doch im Fussball kann ein Rivale, der inferior ist, durchaus zu einem Erfolgserlebnis, in Form von Punkte(n), kommen.

Annullierte Treffer

Nach einer ausgeglichenen Startviertelstunde waren es die Zürcher, welche auf dem Kunstrasen das Spieldiktat übernahmen und die Baselbieter in die Defensive drängten. Zu klaren Tormöglichkeiten kam der FCD zwar nicht, weil das finale Zuspiel fehlte und der Gastgeber mit zwei soliden Viererketten die Räume eng machte. Nach 61 Minuten stand Luca Dimita, nach einem feinen Doppelpass, alleine vor Binningen-Hüter Armend Jusufi.

Doch der Dietiker Stürmer setzte seinen Schuss 20 Zentimeter neben den Pfosten. Dann kamen jene Szenen, welche die Gästespieler und Trainer Goran Ivelj zur Weissglut brachten. Der Schiedsrichter annullierte einen Kopfballtreffer von Ivica Cokolic, der den Ball nach dem insgesamt dritten Eckball wuchtig ins Netz spedierte. Der Unparteiische sah ein Foul am Torhüter. In der 79. Minute war es Shaho Maroufi, der aus wenigen Metern eine Hereingabe mit einem Kopfball ins Netz beförderte – Freude kam allerdings nicht auf, denn der Ref-Assistent wollte ein Abseits gesehen haben. Der Gastgeber hätte nicht reklamiert, wenn der Treffer gezählt hätte...

Hadern mit den Unparteiischen

«Wir müssen diese Entscheidungen akzeptieren, auch wenn sie falsch sind. Sicher beim Tor von Maroufi», so Trainer Ivelj, der nach Abpfiff zuerst zehn Minuten «Abkühlungspause benötigte», denn «ich bin weiterhin auf 180. Und wir haben nicht zwei Zähler verloren, sondern man hat uns zwei Punkte geklaut...», so der frühere Nationalliga-Fussballer vom FC Concordia Basel.

Ihn störte es vor allem, dass «Oumar Kondé einfach hinten reinsteht, die Hand hochhält und der Schiedsrichter so entscheidet wie Kondé es wünscht». Er sprach jenes Laufduell in der 87. Minute zwischen dem früheren Profi des FC Basel (der dann während zehn Jahren auf Wanderschaft und bei rund zwölf Vereinen in drei Kontinenten spielte) und Mittelstürmer Luca Dimita an, wobei der Limmattaler wohl doch zu offensichtlich im Strafraum zu Boden ging und den Elfmeter «erzwingen» wollte.

Auch Dietikon-Captain Naim Haziri zeigte sich nach Matchende «not amused»: «Ich denke, dass der Schiedsrichter in allen strittigen Entscheiden uns nicht wohlgesinnt war. Andererseits hat Binningen gezeigt, warum diese Mannschaft in der Rückrunde in vier Spielen zehn Punkte geholt hat.»