Eishockey

Erhitzte Gemüter und Geduldprobe für die Wings

Das Tor zum 2:4 für Engelberg-Titlis gegen Limmattal Wings

Das Tor zum 2:4 für Engelberg-Titlis gegen Limmattal Wings

Die Limmattal Wings haben die Früchte ihrer weiten Reise in die Berge geerntet und gewinnen die 3.-Liga-Partie gegen den HC Engelberg-Titlis – trotzt vielen Unterbrüchen – mit 5:3.

«Katastrophal» war das einzige Wort, das Wings-Trainer Mike Weiss über die Schiedsrichterleistung in den Obwaldner Bergen sagen mochte. «Da könnten genauso gut zwei Hobby-Hockeyaner unser Spiel pfeifen.» Was sein Gemüt und auch das vieler anderer so erhitzte, war die Penalty-Szene im Mitteldrittel: Nach einem zugesprochenen Strafschuss aufgrund von übertriebener Härte tritt Alexander Marty für die Limmattaler an, um diesen zu verwerten.

Das Tor zum 4:1 für Limmattal Wings gegen Engelberg-Titlis

Das Tor zum 4:1 für Limmattal Wings gegen Engelberg-Titlis

Ohne Problem lenkt der Stürmer den Puck ins Engelberger Netz. Doch noch während des Jubels über die 2:1-Führung wird das Tor aberkannt. Der Grund: Wings-Torhüter Fabian Meier stand nach wie vor im Goal. «Das ist ein Schiedsrichter-Fehler. Er muss dafür sorgen, dass sich bloss zwei Spieler auf dem Eis befinden. Ansonsten darf der Penalty gar nicht freigegeben werden», erklärte Limmattal-Trainer Weiss. Die ganze Szene wurde also wiederholt, Marty traf erneut und die erstmalige Führung war den Gästen sicher.

Wichtige Initialzündung

Fortan fanden die Limmattaler ruhiger und konzentrierter ins Spiel, konnten das zweite Drittel vollkommen nach ihren Vorstellungen gestalten. Die Initialzündung war also gegeben. Eine 10-Minuten-Strafe gegen Andreas Dörig zwang die Wings in der 28. Minute in Unterzahl zu spielen, was sie allerdings nicht davon abhalten liess, zum 3:1 zu treffen. Bei den Gastgebern war nun, trotz eines dominierenden ersten Drittels, nicht mehr als Orientierungslosigkeit festzustellen. «Wir hatten die Engelberger stärker eingeschätzt, da sie seit unserer letzten Begegnung ihr Kader mit vielen neuen Spielern aufstockten», so Weiss, «deshalb waren wir vor Beginn des Spiels ziemlich angespannt.»

Zwar hatten die Limmattaler keinen Grund zur Anspannung, dafür wurde während des ganzen Spiels ihre Geduld auf die Probe gestellt. Vor allem das Schlussdrittel war förmlich übersäht von Unterbrüchen. Übertriebene Härte, Behinderungen und unsportliches Verhalten dominierten und fegten die Spieler beinahe im Minutentakt von den Kufen.

Gelungener Schlusspunkt

Das «Tüpfchen auf dem i» erreichten die Wings in der 59. Minute, als Engelberg alles auf eine Karte setzte und sich dem Powerplay hingab. Als Marco Birrer an den Puck gelangte, fasste er sich ein Herz und zog von der Mittellinie ab. Das Spielgerät gleitete langsam ins leere Engelberger Tor.

Auch der 3:5-Treffer der Gastgeber rund 30 Sekunden vor Schluss nagte nicht mehr an den Knochen der Limmattaler. Trainer Weiss zeigte sich sichtlich stolz – und auch erleichtert: «Ich bin sehr zufrieden mit meinen Jungs. Sie konnten das Spiel ruhig beenden und drei weitere Punkte nach Hause holen.» Die Masterround wartet also auf den HC Limmattal Wings. «Es sei denn, wir verlieren das letzte Qualifikations-Spiel mit 0:11, dann hätten wir ein Problem», sagt Weiss schmunzelnd und wissend, dass diese Katastrophe wohl nicht eintreffen wird.

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