Marcus Bischoff schüttelte den Kopf. Der Leiter Spielbetrieb beim Tischtennis-Club Urdorf hatte soeben einen verhältnismässig leichten Ball verschlagen. «Come on!», schrie sein Gegner Yannick Neuffer von Rio-Star Muttenz. Dieses «Come on!» war in der Folge noch öfter von Neuffer zu hören in diesem fünften Satz, der die Entscheidung in dieser hart umkämpften Partie bringen würde.

Der Muttenzer, der wegen Bischoffs Vorhandwinnern zeitweise schon fast am Rande der Verzweiflung schien, hatte nach Bischoffs Fehler wieder Auftrieb bekommen. Nun erspielte er sich auf einmal Punkt um Punkt. Bischoff geriet immer mehr in die Defensive. Schliesslich gewann Neuffer den Entscheidungssatz mit 11:6, Bischoff musste im zweiten Gruppenspiel seine erste Niederlage hinnehmen. Doch zwei Spiele standen dem 37-Jährigen noch bevor.

Er hatte damit noch alle Chancen, sich für die Finalphase in der Kategorie 5 zu qualifizieren, der zweithöchsten des Turniers. Das war auch das Ziel des Urdorfers. Immerhin hatte er im vergangenen Jahr in derselben Kategorie den zweiten Schlussrang erobert.

Viele Krankmeldungen

Bischoff war einer von insgesamt 97 Teilnehmenden bei der 51. Ausgabe des Limmattaler Tischtennisturniers, das am Sonntag wie gewohnt in der Urdorfer Zentrumshalle stattfand. Das waren zwar mehr als im vergangenen Jahr, als sich 83 angemeldet hatten. Doch eigentlich wären dieses Jahr sogar 108 Spielerinnen und Spieler eingeschrieben gewesen. Das Turnier war im Vorfeld ausgebucht. «Ein paar haben krankheitshalber abgesagt», sagte Severin Durrer, Präsident vom Organisationskomitee des Turniers. Man habe zwar noch Spieler von der Warteliste kontaktiert, aber: «Die müssen in derselben Kategorie spielen wie diejenigen, die abgesagt haben.»

Absagen waren beim Plauschturnier, das am Samstag stattfand, nicht möglich. Denn in dieser Kategorie konnte man spontan mitmachen. Und diese Möglichkeit nutzten dieses Mal mehr als noch vor einem Jahr bei der Premiere: 28 Hobbyspielerinnen und -spieler nahmen teil, 2018 waren es noch 22 gewesen.

«Das ist sehr erfreulich», sagte Durrer. In einer anderen Kategorie hingegen wurden die Organisatoren enttäuscht. Das Schülerturnier, das am Samstag zwei Stunden vor dem Plauschturnier angesetzt gewesen war, blieb leer. Niemand war in die Zentrumshalle gekommen.

Letztes Jahr hatte es immerhin knapp ein Dutzend Schülerinnen und Schüler zu einer Teilnahme bewegt. Abschaffen will Durrer diese Kategorie aber nicht. «Ich hoffe schon, dass sich das im nächsten Jahr ändern wird», sagte er. Ausserdem stelle man die Tischtennistische ja schon vorher auf.

Weiter dank Versicherung

Am Nachmittag gab es dann in der Kategorie 5 noch zwei Erfolgsmeldungen aus Limmattaler Sicht. So konnte sich Peter Matt vom TTC Dietikon-Weiningen als Drittplatzierter für die Finalphase qualifizieren. Und auch Marcus Bischoff überstand den Cut. Nach der Niederlage gegen Neuffer konnte er einen Vier-Satz-Sieg in seiner dritten Partie feiern.

Und obwohl er sein viertes und letztes Vorrundenspiel gegen Svenja Holzinger aus Affoltern am Albis, die einzige Frau in seiner Gruppe, klar in drei Sätzen verlor, reichte es am Schluss trotzdem für die Finalphase - dank der sogenannten Rebuy-Versicherung, die den Drittplatzierten jeder Gruppe das Weiterkommen garantiert. «Es ist genau so gelaufen, wie ich mir das gewünscht habe», sagte Bischoff. «Ich habe zwei Partien gewonnen, bin weitergekommen – und hatte erst noch viel Spass beim Spielen.»

In der Finalphase standen Bischoff zwei weitere Spiele bevor. Hätte er beide gewonnen, hätte er sich als einer von drei Spielern für eine letzte Gruppenphase qualifiziert. Doch Bischoff hatte Pech: In seinem ersten Spiel gegen Christophe Blatter verletzte er sich, was ihn zum Aufgeben zwang. Eine genaue Diagnose stand am Sonntagabend noch aus. Damit nahm das Turnier für den 37-Jährigen ein unschönes Ende.

Peter Matt dagegen schaffte dank zweier Siege, unter anderem gegen Bischoff-Bezwingerin Holzinger, den Sprung in die letzte Gruppenphase. Dort blieb er aber sieglos und holte am Ende den dritten Rang. In der Kategorie 6 qualifizierte sich Fabrice Dechipre vom TTC Urdorf ebenfalls für die Finalphase. Dort gewann er gegen Christian McHale, verlor dann aber gegen Robin Mühlebach und schaffte damit nicht den Sprung in die Top 3.