Automobil

Erfolgreicher Saisonstart in Hockenheim für Bruno Weibel im Formel Junior

Bruno Weibel gewinnt in seiner Klasse.

Bruno Weibel gewinnt in seiner Klasse.

Trotz nicht idealer Vorbereitung zeigt Bruno Weibel in Hockenheim und gewann in seiner Serie und übertraf seinen persönlichen Streckenrekord.

Trotz guter Vorbereitung war dies ein Wochenende mit vielen Unbekannten. Donnerstags konnte Bruno Weibel nicht wie gewohnt mit seinem Wohnmobil zur Rennstrecke fahren, sondern musste seinen Rennwagen mit dem PW nach Hockenheim ziehen. Das Wohnmobil war nicht rechtzeitig von seiner Reise nach Neuseeland und zurück eingetroffen, wo Weibel im vergangenen Februar mit seiner Firma Schaffner Racing einen Arbeitseinsatz für einen englischen Rennfahrer hatte.

Die Trainings-Session vom Donnerstag diente dazu, die Reifen einzufahren und zu sehen, ob technisch alles in Ordnung ist. War es nicht. Eine Ölablass-Schraube am verkehrt (upside-down) eingebauten Getriebe hatte sich gelöst, was dazu führte, dass nahezu das gesamte Getriebeöl weg war weg. Ironie dabei: Weibel hatte sich noch bei einem Streckenposten beschwert, dass Öl auf der Strecke liege aber keine Fahnen geschwenkt würden. Erst später bemerkte er, dass das Öl von ihm war. Das Leck am Getriebe konnte geschlossen und die defekte Bremsleitung (Alterserscheinung) repariert werden.

Nun konnte dem Rennen vom Samstag nichts mehr im Wege stehen. Obwohl Weibel versucht mit dem Oldtimer-Rennwagen von 1961 möglichst materialschonend zu fahren, bietet er immer eine gute Show: im Motodrom hat er mehrere Kontrahenten aussenrum überholt, was dem Publikum durchaus nicht entgangen war. Und dies, obwohl sich das Rennen um die Spitzenposition weiter vorne abspielte. Die beiden Italiener Rossi di Montelera und Tonetti schenkten sich nichts und kämpften offensichtlich um jeden Zentimeter. Am Ende klang aber die Schweizer Hymne aus den Lautsprechern. Wenn auch nicht für Weibel, sondern für Philipp Buhofer, ehemaliger Kunde von Schaffner Racing. Bei ihm lief es nach dem Motto "wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte".

Bruno Weibel hatte seine Klasse gewonnen und das Getriebe hatte gehalten. Somit konnte er ohne grossen Aufwand ins Rennen vom Sonntag starten, welches er ebenfalls als deutlicher Sieger seiner Klasse, neunter im Gesamtklassement und mit seinem persönlichen Streckenrekord (2:02.78) beendete. Altmeister und Mentor Bruno Schaffner meint dazu: «Eine absolute Fabelzeit mit diesem Auto! Gäbe man dem Mann einen Lotus 22 würde er mit den Spitzenfahrern der "Königsklasse" (Kategorie E1) um den Gesamtsieg fahren». Leider nur nicht ganz einfach solchen Formel Junior Lotus 22 mit lupenreiner Geschichte zu finden, Weibel und Schaffner suchen seit zwei Jahren... Treffend war übrigens dieser Satz vom Serien-Organisator der FIA Lurani Trophy, der Bruno Weibel bei der Preisverteilung folgendermassen ehrte: «Gewinner der Klasse D2 ist Europameister Bruno Weibel, der immer zur Stelle ist und hilft, wenn jemand mit seinem Formel Junior ein technisches Problem hat.» Und tatsächlich, Weibel ist es immer ein grosses Anliegen, dass alle Mitstreiter die Rennen auch fahren können, das sei schliesslich der Grund warum sie alle hier seien, um Rennen zu fahren. Und so hilft er seinen Mitstreitern stets mit Wissen, Werkzeug und Ersatzteilen aus.

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