4.-Liga-Fussball
Erfolgreiche Limmattaler in der 4. Liga

Mit Engstringen und Schlieren 2 steigen gleich zwei Limmattaler Vereine in die 3. Liga auf.

Merken
Drucken
Teilen

Zur Verfügung gestellt

Bierduschen sind in den Fussball-Profiligen nach gewonnenen Meisterschaften bekanntlich weit verbreitet. Beim FC Engstringen hingegen gibt man sich mit Bier nicht zufrieden. Am Samstagabend nach dem Schlusspfiff in der Partie gegen Red Star Zürich 3 liessen die Engstringer Spieler die Champagnerkorken knallen. Dran glauben musste Bernhard Achermann. Der Trainer der Engstringer wurde von oben bis unten mit Champagner vollgespritzt.

Die unfreiwillige Dusche, die der 64-Jährige über sich ergehen lassen musste, war der Höhepunkt einer sehr erfolgreichen Saison aus Engstringer Sicht. Der Viertligist aus der Gruppe 3 hatte während der gesamten Spielzeit nur zweimal Punkte abgegeben: beim 2:3 bei Urdorf 2 und beim 1:1 bei Republika Srpska. Sonst hatte der Verein alle Begegnungen gewonnen und nach einer Saison in der 4. Liga souverän den direkten Wiederaufstieg geschafft. „Es war vor der Saison unser Ziel gewesen, aufzusteigen“, sagt Achermann. „Aber nicht alle hatten daran geglaubt.“ Auch, weil die Bedingungen für einen Aufstieg nicht besonders günstig waren. „In der Rückrunde mussten wir praktisch ohne Stürmer antreten, weil sich alle verletzt hatten“, erklärt Achermann. Er habe zeitweise sogar mit zwei Verteidigern vorne im Sturm agieren müssen. Dass es trotz dieser Verletzungsmisere nun am Ende der Saison zu Rang 1 gereicht hat, führt Achermann unter anderem auf die hervorragende defensive Leistung seiner Mannschaft zurück. „“Wir haben in den 20 Spielen gerade mal zehn Gegentreffer kassiert“, lobt er. Doch auch die tolle Mentalität im Team sei ein grosser Pluspunkt gewesen. Schliesslich musste Achermann auf viele junge Spieler zurückgreifen, die sich mit den älteren, routinierten Akteuren aber bestens verstanden hätten. „Ich bin seit 40 Jahren Fussballtrainer, aber einen solchen Zusammenhalt in einer Mannschaft habe ich noch nie erlebt“, schwärmt der Engstringer Trainer.

Dazu gehörte auch, dass Achermann im Training mit 22 bis 25 Spielern Spielern rechnen konnte. Und das, obwohl das Training in der abgelaufenen Saison nochmals intensiviert worden war: Die Engstringer trainierten dreimal pro Woche. „Wir haben sehr hart gearbeitet und waren auch konditionell stark“, so Achermann. „Das hat man jeweils in der letzten halben Stunde der Spiele gemerkt.“ Für die gute Verfassung der Mannschaft lobt er explizit sein Trainerteam: „Mein Co-Trainer und mein Co-Co-Trainer hatten sehr grossen Anteil daran, das sind zwei Supertypen.“

Doch nicht nur Engstringen hat in der abgelaufenen Saison in der 4. Liga überzeugt. Denn auch die zweite Mannschaft des FC Schlieren, die in der Gruppe 2 spielte, ist in die 3.Liga aufgestiegen – mit zwei Niederlagen in 19 Spielen. Besonders bemerkenswert: Fünf ihrer 19 Partien haben die Schlieremer mit mindestens fünf Toren Unterschied gewonnen. „Gut, wir hatten in einigen Spielen auch einen sehr guten Start hingelegt und nach 20 Minuten schon 3:0 geführt“, relativiert Trainer Gianni Petrone. „Ausserdem gab es ein paar sehr knappe Ergebnisse.“ Und dennoch ist Petrone natürlich glücklich über das Abschneiden seiner Schlieremer. „Der Aufstieg der zweiten Mannschaft war vor der Saison vom Verein als Ziel herausgegeben worden“, sagt er. „Nun haben wir es geschafft. Es ist die Belohnung für viel Arbeit, Willen und Einsatz.“

Als Trainer wird Petrone die nächste Saison nicht mehr für die Schlieremer bestreiten – er gönnt sich eine Pause vom Traineramt. Achermann hingegen wird auch in der nächsten Spielzeit die Engstringer coachen. Und die Vorbereitung beginnt schon bald, nämlich am 11. Juli. Dann sind Champagnerduschen wieder tabu – vorerst.