Albert Wagner (55) war überzeugt von sich und seinem Weg. Im Fussball fand er eine Bühne, auf der er sich ausleben konnte. Mit seiner direkten Art nahm er Menschen für sich ein und stiess sie gleichermassen vor den Kopf.

Als Juniorentrainer brachte er damit aber auch Spieler in deren Entwicklung weiter. Besonders stolz war er auf Albert Bunjaku aus der Fahrweid, der es bis in die Nationalmannschaft gebracht hat.

Wagner trainierte den damaligen A-Junioren. Seine ersten tiefen Spuren im Limmattal hinterliess er im FC Dietikon, als er nach der Übernahme der zweiten Mannschaft keinen Stein auf dem andern liess. Wagner war keiner, der sich in ein gemachtes Nest setzte. Er wollte aufbauen und mitgestalten.

Vom Trainer zum Funktionär

In den vergangenen Jahren wurde aus dem leidenschaftlichen Trainer (Inhaber des höchsten Diploms Uefa Pro) ein begeisterter Funktionär. Im grossspurigen United Zürich fand er einen idealen Verein.

Er heuerte gleich zweimal dort an. Darüber hinaus übernahm er im Sporting Clube Zürich zunächst die Administration und wurde, wie er selbst einmal sagte, bald zu einer Art Schattenpräsident. Im FC Oetwil-Geroldswil hob man eigens für ihn das Amt eines Sportchefs aus der Taufe.

Als ein Mensch, der nicht nachtragend war, suchte er stets von sich den Kontakt zu den Ex-Vereinen, wenn sich der Pulverdampf nach einer reibungsvollen Trennung verzogen hatte.

Wenn Wagner nicht gerade ein Spiel seines aktuellen Vereins verfolgte, war er oft am Rand eines Regionalfussballplatzes zu sehen; gegen seinen Mercedes gelehnt und mit seinem kleinen Hund spielend. Zuletzt trainierte er die Veteranen des FC Zürich, wo er wertvolle Kontakte knüpfte.

Während er im Fussball ein Getriebener war, war sein Leben abseits des Platzes von Konstanten geprägt. Jahrelang arbeitete er für die Credit Suisse in derselben Abteilung. Mit Elvira feierte er vor kurzem den 28. Hochzeitstag, das Paar blieb kinderlos. Albert Wagner starb am Abend des 9. April an einem Herzinfarkt, zu Hause in den Armen seiner Frau. (bier)