Fussball
Engstringen erlebt nach der Derby-Lust den Derby-Frust

Am Spieltag zuvor hat der FCE noch den höher eingesturften FC Birmensdorf besiegt. Im zweiten Limmattaler Derby unterliegt er dem trudelnden Oetwil-Geroldswil 2:4. Der FCOG zeigt sich effizienter.

Raphael Biermayr
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Engstringens Egon Isenring bleibt hängen
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Oetwil-Trainer Roger Balmer scheint schwarz zu sehen
Oetwils Doppeltorschütze Claudio Lauper entwischt der Abwehr einmal mehr
Impressionen vom Match Oetwil-Geroldswil - Engstringen
Engstringens Doppeltorschütze Patrick Meier ist am Boden, oben Captain Lukas Buar

Engstringens Egon Isenring bleibt hängen

Raphael Biermayr

Der Torreigen hielt auch im zweiten Rückrundenmatch an. Der Oetwil-Geroldswil schöpfte beim 4:2 seine Chancenquote fast optimal aus: Aus den drei ersten Schüssen auf das Tor von Manuel Suter resultierten zwei Treffer.

Die 2:0-Führung nach rund 21 Minuten war glückhaft, Engstringen hatte zuvor den Pfosten getroffen (Dennis Schweitzer per Kopf) und einmal um Zentimeter das Tor verfehlt (Patrick Meier).

Nach dem Seitenwechsel lag die Auswertung gar bei 100 Prozent: Sandro Niederhäuser (75.) und Ahmet Bozova (84.) machten aus den einzigen Möglichkeiten das Beste.

Vor allem in Anbetracht der nummerischen Ungleichheit seit der 40. Minute: Torwart Yannick Fux hatte die rote Karte gesehen, nachdem er statt den Ball ausserhalb des Strafraums weggefaustet hatte, statt ihn mit dem Kopf zu spielen.

Nach einer verkorksten Vorrunde sind die vier Punkte aus zwei Matches Gold wert für die Moral der Oetwiler. Diese stieg auch mit den Glückwünschen von Assistenztrainer Andi Wettstein, der zu Beginn der Vorbereitung nach einem Herzinfarkt um sein Leben gebangt hatte. «Ich bin überglücklich», sagte er und herzte alle, die ihm über den Weg liefen.

Darunter war auch FCE-Stürmer Patrick Meier. Er hatte zwar beide Engstringer Treffer erzielt, konnte aber gleichwohl nicht zufrieden sein. Die Gäste waren im Abwehrzentrum extrem verwundbar. Das 1:0 und 2:0 fielen fast identisch: Claudio Lauper startete von der Mittellinie weg ein Solo, wurde weder von Dennis Schweitzer noch Egon Isenring angegriffen und traf aus 18 Metern.

Torwart Suter wurde – wie auch beim 4:2 – auf dem falschen Fuss erwischt, machte aber trotzdem keine vorteilhafte Figur. Am besten traten die defensiven Mängel aber beim 3:2 zutage: Mittelfeld und Abwehr waren sich nach einem weiten Abstoss uneins, Niederhäuser machte sich auf den Weg zum Torerfolg.

Trotz Meiers Kritik: Auch die Offensive war nicht über alle Zweifel erhaben. Nach dem Platzverweis schlug sie viel zu wenig Kapital aus dem grossen Ballbesitz und der Belagerung des gegnerischen Strafraums. Meier selbst hatte eine der aussichtsreichsten Möglichkeiten, als er in der 81. Minute im Strafraum zum Drehschuss kam, aber weit über das Tor schoss.