Fussball
Engstringen befindet sich neu auf Augenhöhe mit Dietikon

Erstmals spielen zwei regionale A-Junioren-Mannschaften in der Coca Cola League. Engstringen sichert sich mit dem 4:1-Sieg zum Saisonabschluss den Aufstieg. Allerdings wäre es eine grosse Überraschung, falls dem FCE der Klassenerhalt gelingen sollte.

Raphael Biermayr
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Die Engstringer mit Trainer Patrick Graf (hinten, Dritter von links) feiern den Aufstieg in Schlieren. Foto: Zimmerli.

Die Engstringer mit Trainer Patrick Graf (hinten, Dritter von links) feiern den Aufstieg in Schlieren. Foto: Zimmerli.

Der FC Dietikon – und dann lange nichts mehr. Was für den Aktivfussball gilt, gilt auch für die höchste Juniorenstufe. Der grösste Verein im Limmattal ist in den vergangenen Jahren regelmässiger Vertreter in der Coca Cola League – der einstigen «Meisterklasse» – gewesen. Den anderen Vereinen gelingt der Sprung kaum; auch deshalb, weil der FCD oder Stadtklubs für Talente attraktivere Adressen sind. Eine die Regel bestätigende Ausnahme ist der FC Oetwil-Geroldswil. Im Jahr 2012 firmierte der jüngste Limmattaler Verein in der Frühjahrsmeisterschaft (pro Kalenderjahr werden im Nachwuchs zwei Saisons ausgetragen) in der höchsten Spielklasse, damals gar als einziger regionaler Vertreter.

Ein beeindruckendes Projekt

Letzteres ist an sich eine Seltenheit. Geradezu Historisches steht derweil im kommenden Frühling bevor: Mit Dietikon und Engstringen kämpfen gleich zwei Limmattaler A-Junioren-Teams in der Coca Cola League um Punkte. Die kürzlich erreichte Promotion war der Abschluss eines bemerkenswerten Projekts. Im Frühsommer 2012 trommelte der damalige B-Junioren-Trainer Patrick Graf ehemalige Engstringer Junioren zusammen, mit dem Ziel, auf der Brunewiis endlich wieder eine A-Equipe auf die Beine zu stellen. Das Gelingen dieses Vorhabens war der Anfang einer Erfolgsstory: Von 38 Matches seit Sommer 2012 gewann der FCE 33, spielte 4 Mal remis und verlor nur 1. Mit dem 4:1-Sieg gegen Wiesendangen zum Saisonschluss am vergangenen Wochenende war die Krönung geschafft.

Neue Trainer gesucht

Die Möglichkeiten des Vereins sind im Vergleich zu den künftigen Gegnern beschränkt. «Angesichts der bescheidenen Infrastruktur ist dieser Aufstieg das Maximum, das in Engstringen möglich ist», sagt Trainer Graf. Er spricht es nicht aus, aber es liegt auf der Hand: Es wäre eine grosse Überraschung, würde der FCE länger als eine Saison in der höchsten Klasse zubringen. Graf wird die Zukunft seines Noch-Teams aus der Ferne beobachten. Der 28-Jährige wagt den Schritt zum Aktivfussball. Seit September ist er bereits in Wohlens U23-Team (2. Liga interregional) Assistenztrainer von Philippe Rechsteiner, auf diese Aufgabe wolle er sich künftig konzentrieren. Sein Plan sieht vor, eineinhalb Jahre Assistenztrainer bei den Aargauern zu sein. Danach will er die Möglichkeiten ausloten auf seinem Weg, das A-Diplom zu erlangen.

Auch der bisherige Co-Trainer Marco Rütti macht nicht weiter, er legt eine Pause ein. Rütti fehlte wegen eines Aufenthalts in Burma bereits am letzten Saisonspiel. Der Jubel der Aufsteiger erreichte ihn dennoch kaum zeitversetzt: Aus der Kabine heraus hat das Team eine Liveschaltung nach Fernost hingekriegt. Immerhin hat sich Historisches ereignet.

Sasivari: «Die Anerkennung von aussen ist gross»

Im Herbst 2011 gelang den A-Junioren des FC Oetwil-Geroldswil als letztem Verein neben Dietikon der Aufstieg in die Coca Cola League. Wie hat der Verein das erlebt? Juniorenobmann Beat Lutz erinnert sich: «Es ist ein Spagat, denn in der Coci-League wird fast Spitzensport getrieben. Damit kann nicht jeder Spielertyp gleich umgehen.» Im FCOG habe der «Hype» nicht lang angedauert, «der Aufsteigerbonus war schnell weg». Der Klassenverbleib wurde um nur einen Punkt verpasst. Mittlerweile spielen die ältesten Junioren des jüngsten regionalen Vereins gar wieder in der niedrigsten Klasse. Trotz allem sagt Beat Lutz: «Für den Verein war es eine tolle Sache -Gratulation an die Engstringer, dass sie das geschafft haben.» Selcuk Sasivari konnte und kann die Zugehörigkeit zur Coca Cola League länger auskosten. Das 24-jährige Trainer-Talent des FC Dietikon betreut dort aktuell die C-Junioren. Früher war er bereits mit den A- und den B-Junioren dort. Er streicht die Vorteile für das Team nach dem Aufstieg heraus: «Der Verband bietet beispielsweise Matchanalysen auf Video an. Ausserdem sind die Schiedsrichter häufig qualifizierter.» Seine Erfahrung, was die Bedeutung für den Verein betrifft? «Die Anerkennung von aussen ist gross.» (bier)