Der FC Dietikon – und dann lange nichts mehr. Was für den Aktivfussball gilt, gilt auch für die höchste Juniorenstufe. Der grösste Verein im Limmattal ist in den vergangenen Jahren regelmässiger Vertreter in der Coca Cola League – der einstigen «Meisterklasse» – gewesen. Den anderen Vereinen gelingt der Sprung kaum; auch deshalb, weil der FCD oder Stadtklubs für Talente attraktivere Adressen sind. Eine die Regel bestätigende Ausnahme ist der FC Oetwil-Geroldswil. Im Jahr 2012 firmierte der jüngste Limmattaler Verein in der Frühjahrsmeisterschaft (pro Kalenderjahr werden im Nachwuchs zwei Saisons ausgetragen) in der höchsten Spielklasse, damals gar als einziger regionaler Vertreter.

Ein beeindruckendes Projekt

Letzteres ist an sich eine Seltenheit. Geradezu Historisches steht derweil im kommenden Frühling bevor: Mit Dietikon und Engstringen kämpfen gleich zwei Limmattaler A-Junioren-Teams in der Coca Cola League um Punkte. Die kürzlich erreichte Promotion war der Abschluss eines bemerkenswerten Projekts. Im Frühsommer 2012 trommelte der damalige B-Junioren-Trainer Patrick Graf ehemalige Engstringer Junioren zusammen, mit dem Ziel, auf der Brunewiis endlich wieder eine A-Equipe auf die Beine zu stellen. Das Gelingen dieses Vorhabens war der Anfang einer Erfolgsstory: Von 38 Matches seit Sommer 2012 gewann der FCE 33, spielte 4 Mal remis und verlor nur 1. Mit dem 4:1-Sieg gegen Wiesendangen zum Saisonschluss am vergangenen Wochenende war die Krönung geschafft.

Neue Trainer gesucht

Die Möglichkeiten des Vereins sind im Vergleich zu den künftigen Gegnern beschränkt. «Angesichts der bescheidenen Infrastruktur ist dieser Aufstieg das Maximum, das in Engstringen möglich ist», sagt Trainer Graf. Er spricht es nicht aus, aber es liegt auf der Hand: Es wäre eine grosse Überraschung, würde der FCE länger als eine Saison in der höchsten Klasse zubringen. Graf wird die Zukunft seines Noch-Teams aus der Ferne beobachten. Der 28-Jährige wagt den Schritt zum Aktivfussball. Seit September ist er bereits in Wohlens U23-Team (2. Liga interregional) Assistenztrainer von Philippe Rechsteiner, auf diese Aufgabe wolle er sich künftig konzentrieren. Sein Plan sieht vor, eineinhalb Jahre Assistenztrainer bei den Aargauern zu sein. Danach will er die Möglichkeiten ausloten auf seinem Weg, das A-Diplom zu erlangen.

Auch der bisherige Co-Trainer Marco Rütti macht nicht weiter, er legt eine Pause ein. Rütti fehlte wegen eines Aufenthalts in Burma bereits am letzten Saisonspiel. Der Jubel der Aufsteiger erreichte ihn dennoch kaum zeitversetzt: Aus der Kabine heraus hat das Team eine Liveschaltung nach Fernost hingekriegt. Immerhin hat sich Historisches ereignet.