Sechs Sekunden waren in der ersten Hälfte zwischen Horgen und Dietikon-Urdorf noch zu spielen, als die Partie vollends ausser Kontrolle zu geraten schien. Nach je einer Verwarnung für einen Ersatzspieler beider Teams begannen Karsten Hackel, Trainer von Dietikon-Urdorf, und sein Horgner Berufskollege Alex Milosevic, heftig miteinander zu diskutieren. So heftig, dass Milosevic von seinen eigenen Spielern zurückgehalten werden musste.

Die Konsequenz: Die beiden Schiedsrichter Marcel Fleischli und Andreas Widmer befahlen beiden Mannschaften, die Ersatzbank zurückzuversetzen. Die unkonventionelle Massnahme sorgte für noch mehr Diskussionen. Zum Glück war kurz danach Pause, und die Gemüter konnten sich wieder ein bisschen beruhigen.

Katicic provoziert

Zumindest vorläufig, denn die Partie blieb emotional und gehässig. So verhöhnte Dietikon-Urdorfs Torwart Josip Katicic seinen Ex-Teamkollegen Raffael Guitton, der nach einer Berührung etwas theatralisch zu Boden fiel. Allerdings wurde Guitton von der Fraktion der Ex-Spieler von Dietikon-Urdorf, zu der neben Guitton auch Philipp Wallisch und Christian Hilkinger gehören, am meisten gefoult.

Schiedsrichter mitschuldig

Für Hackel trugen die Schiedsrichter eine Mitverantwortung für die harte Gangart zwischen den beiden Teams. «Sie liessen dieses überharte Spiel zu», kritisierte er. «Ich bin froh, dass sich niemand verletzt hat.»

Gute erste 20 Minuten

Noch mehr ärgern dürfte ihn aber, dass sein Team verloren hatte – trotz starkem Beginn. In der Anfangsphase schienen die Gäste wacher und spielten sich einen Vorsprung von drei Toren heraus – und das in Unterzahl. «Mit den ersten 20 Minuten bin ich zufrieden», meinte denn auch Karsten Hackel. «Mit dem Rest nicht mehr.»

Das konnte er auch nicht sein. Denn je länger das Spiel dauerte, desto mehr verlor seine Mannschaft den Faden. Nach dem zwischenzeitlichen 9:8 aus Sicht von Dietikon-Urdorf durch Fabian Lohner drehte Horgen plötzlich auf, profitierte allerdings auch von Fehlern bei den Limmattalern. Dem Heimteam gelangen vier Tore in Serie und damit die 19:13-Führung zur Pause.

Konditionell im Nachteil

Nach dem Seitenwechsel versuchte Dietikon-Urdorf, an die Leistung der ersten 20 Minuten anzuknüpfen. Doch Hackels Mannschaft lief dem Rückstand vergeblich hinterher und musste Horgen bis auf 13 Tore davonziehen lassen. Wie konnte das passieren? «Wir bekamen in der zweiten Hälfte ein konditionelles Problem», gestand Hackel. «Wir waren weniger fit als der Gegner.»

Nun gegen des Trainers Ex-Verein

Nun geht es darum, im nächsten Spiel gegen SG Seen Tigers/Yellow wieder Punkte zu holen. Zumindest für Hackel dürfte das Spiel ähnlich emotional werden. Die Tigers sind sein Ex-Verein.