Eishockey
Elend gegen Not: Die Limmattal Wings verlieren beim Schlusslicht

Die Wings verlieren das kapitale 3.-Liga-Match gegen Affoltern-Hedingen 4:5. «Wir brechen nicht auseinander», sagt Routinier Jürg Dietiker. Schon morgen Dienstag (20.30 Uhr, Tägerhard) können die Wings gegen Seetal den Worten Taten folgen lassen.

Raphael Biermayr
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Michael Frei (Nummer 31) und Reto Schneider bleiben an der Hürde Affoltern hängen.

Michael Frei (Nummer 31) und Reto Schneider bleiben an der Hürde Affoltern hängen.

bier

Die Niederlage gegen die Säuliämtler war eine Bankrotterklärung nach vielversprechendem Start. Die Wings führten nach 15 Minuten dank einer ungewohnten Effektivität vor dem Tor mit 3:0, ehe sie nach und nach an Terrain verloren. Nach 38:00 Minuten brachte Joel Nietlisbach die Gastgeber in der Zuger Trainingshalle erstmals in Führung. Die Wings waren stehend k.o. Topskorer Cyrill Hruby präsentierte sich wieder einmal von seiner divenhaften Seite. Die Unzufriedenheit nach dem Ausfall seines Spezi Hani Weber – Saisonende nach Treppensturz – wirkt sich kontraproduktiv aus.

Die Rückkehr im Schlussdrittel war umso erstaunlicher. Der starke Michael Frei erzielte den Ausgleich (44.) und läutete damit eine Druckphase ein. Zählbares schaute aber nicht mehr heraus, die Limmattaler liessen sich von den langsamen Affoltermern wieder einlullen und hatten Glück, dass es eine Sekunde vor Schluss nach einer Körpercharge von Urdorfs Leihgabe Peter Frenzel keinen Penalty gegen sie gab.

In der Verlängerung folgte die Krönung der Unbeholfenheit: Nachdem Jürg Dietiker im Aufbau zweimal unbedrängt den Puck an des Gegners Schlittschuhe gespielt hatte, durfte sich Frenzel versuchen: Statt den freistehenden Dietiker auf der anderen Seite anzuspielen – das Misstrauen war offenkundig – spielte er Nietlisbach an der blauen Linie an, der sich diesmal die Chance nicht entgehen liess. Goalie Thomas Gebistorf lächelte nach der Schlusssirene bitter und sagte zu dieser Szene: «Unglaublich! Aber das passt zu unserer Situation. Ich kann mir nicht erklären, warum es einfach nicht läuft.» Nach heftigen Wortgefechten auf der Gäste-Bank suchte Jürg Dietiker seine Ruhe an der frischen Luft.

Gedankenverloren starrte er in das angrenzende NLA-Stadion. Auf die Frage, ob die Limmattal Wings auseinanderbrechen, reagierte er beinahe beleidigt: «Wir brechen nicht auseinander, das haben wir noch nie getan», stellte er klar.

Schon morgen (20.30 Uhr, Tägerhard) können die Wings gegen Seetal den Worten des Routiniers Taten folgen lassen. Die Statistik spendet ihnen zusätzlich Hoffnung: Vier von fünf Siegen der laufenden Saison holte das Team von Trainer Matthias Honegger in Mittwochsspielen.