Fussball
Eklat in Dietikon: Stefan Kohler fliegt aus dem Team

Die Nerven liegen offenbar blank in Dietikon. Der Mittelfeldspieler Stefan Kohler gerät mit Sportchef Pietro Iellamo aneinander. Als Kohler am Dienstag trainieren will, ist sein Spind leer geräumt - der verlorene Sohn spielt nicht mehr für den FCD.

raphael biermayr
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Kein Platz mehr auf der Dornau: Stefan Kohler muss gehen

Kein Platz mehr auf der Dornau: Stefan Kohler muss gehen

RAB

Zuerst das 1:5 des Fanionteams in Küsnacht mit drei roten Karten am vergangenen Samstag. Dann am Montagabend der Eklat: Sportchef Pietro Iellamo und Stefan Kohler geraten nach dem Training der ersten Mannschaft aneinander. Am Dienstag dann will Kohler – nach eigener Darstellung nichts ahnend – trainieren, doch sein Spind ist leer geräumt – der verlorene Sohn, der einen Steinwurf entfernt von der Dornau aufgewachsen war und nach 20 Jahren als vormaliger Profi zu seinem ersten Verein zurückkehrte, spielt nicht mehr für den FCD.

«Eine der vielen Disziplinlosigkeiten»

Zu den Geschehnissen gibt es naturgemäss zwei Sichtweisen. Kohler sagt, er sei zu spät zum Training der von ihm geführten B-Junioren gekommen, weil er das vorangegangene Training mit der ersten Mannschaft auf Geheiss von Trainer Goran Ivelj nicht früher beenden durfte. Anschliessend sei er auf «Pitsch» (Iellamo) und Volkan Baker getroffen, den C-Junoiren-Trainer. «Ich sah, dass Pitsch sauer war und dachte, Volkan hat schlecht über mich geredet. Ich wollte ihn darauf ansprechen, doch Pitsch hat mich angeschrien und mich am Arm gepackt. Das liess ich mir nicht gefallen, ich bin ja kein Schuljunge», sagt Kohler und führt offenermassen aus: «Ich riss den Arm und musste mich beherrschen, ihn nicht zu schlagen, so geladen war ich.» Später, nach geleitetem Training, hätten beide wieder normal miteinander gesprochen. «Für mich war die Sache damit erledigt», so Kohler. Iellamo bestätigt in seiner Version, ihn «am Arm berührt» zu haben, sagt aber, dass er Kohler damit nur habe beruhigen wollen. «Er blieb aufgebracht und beschuldigte Volkan für etwas, was dieser nicht getan hatte – das geht nicht; es war eine der vielen Disziplinlosigkeiten, die in der Summe zu viel waren. Ich sagte Köhli auf der Stelle, dass wir uns besser trennen.» Kohler habe das Training «selbstverständlich» geleitet, weil die Junioren auf ihn gewartet hätten.

«Es ist Zeit, dass einer auspackt»

Am Dienstag dann gerieten die beiden im Trainerbüro erneut aneinander, auch Goran Ivelj war zugegen. «Ich sagte Goran, er soll ihm bestätigen, dass ich nichts für die Verspätung konnte. Goran bestätigte das. Doch Pitsch war das egal. Er sagte nur, ich soll mein restliches Zeug abgeben», so Kohler, der seinem Gegenüber daraufhin gesagt habe, dass dieser so nicht mit ihm umspringen könne. Dann habe der Spieler dem Sportchef die Meinung gegeigt: «Ich sagte ihm, dass er sich nicht in die sportlichen Belange der ersten Mannschaft einmischen soll, weil er keine Ahnung vom Fussball hat und mit seiner Anwesenheit während der Spiele in der Kabine und bei der Ersatzbank die Mannschaft nur nervt.» Darüber hinaus habe Kohler Iellamo «vor vier Wochen» gesagt, dass dieser sich nicht in seine Entscheidungen betreffend Aufstellung und Taktik bei den B-Junioren einmischen solle. «Pitsch macht viel im Verein, das achte ich. Aber sportlich hat er null Kompetenz. Viele andere intern denken genauso, das Umfeld muss das endlich einsehen – es ist Zeit, dass einer auspackt», lässt sich der 27-Jährige zitieren.

Iellamo nimmt Vorwürfe gelassen

Iellamo nimmt die Vorwürfe zumindest nach aussen gewohnt gelassen hin. «Köhli ist ein emotionaler, aber guter Typ. Als Spieler hat er uns leider nicht weitergebracht, hatte nicht den gewünschten Einfluss auf unser Spiel und insbesondere nicht auf die Förderung der jungen Spieler. Und wenn er denkt, dass nur er Ahnung hat, muss man sich nur mal die Resultate anschauen (die B-Junioren verloren in neun Spielen ebenso oft). Ich mische mich nicht ein in die Arbeit des Trainers, sondern will helfen. Schade, dass er das anders sieht.»

Kohler erhält als Spieler und Trainer Geld beim FCD. Sind diese Zahlungen nun per sofort gestoppt? «Wir sind an einer sauberen Lösung interessiert und werden uns mit ihm einigen», so Iellamo.