Eiskunstlaufen
Eislaufclub Urdorf - Neues Dach bringt doppelt so viele Kinder

In der neu überdachten Kunsteisbahn trainiert der EC Urdorf regelmässig mit dem Nachwuchs. Ein kleiner Einblick in ein Wochentraining mit den Jungen.

Yvonne Stampfli
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Profitrainer Daniel Galliker während der Probe für das Schaulaufen in der Weihermatt Stampfli

Profitrainer Daniel Galliker während der Probe für das Schaulaufen in der Weihermatt Stampfli

«Endlich können wir aufs Eis» ruft eine Mädchenstimme. Der Wind pfeift um die Eishalle Weihermatt in Urdorf. Es dunkelt bereits ein, regnet und es ist kalt draussen. Doch trotz dieses Umstands ist der Nachwuchs des Eislaufclubs Urdorf Feuer und Flamme für das Training. Eine Viertelstunde vor der Probe wärmen sich bereits einige Kinder neben dem Eis auf, während der Eismeister mit der Maschine seine Runden dreht.

Grosse Freude unter Kindern

«Ja, es gefällt uns gut, aber es tropft manchmal», antworten zwei Mädchen auf die Frage, wie ihnen das neue Dach gefällt. Und ergänzt voller Stolz: «Wir trainieren für das Schaulaufen am 26. Dezember». Im Oktober ist das neue Dach fertig geworden. «Seitdem haben wir doppelt so viele Kinder und die Nachfrage ist sehr gross. Das Training kann nun bei jedem Wetter durchgeführt werden, es ist also geregelt und findet immer statt. Das ist ein gutes Angebot», sagt Trainer und J&S-Experte Daniel Galliker.

Inzwischen ist das Eis geräumt und die Kinder setzen ihr Einwärmen auf dem Feld fort. Sie kurven wild durcheinander über die weisse Fläche. Laufend kommen mehr und mehr Kinder zwischen fünf und vierzehn Jahren dazu. Die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Der Wind weht immer noch fest, die paar Eltern und Zuschauer der Eislaufenden schützen sich vor Regen und Kälte.

«In welcher Zeitung kommen wir?»

Punkt 17 Uhr trifft Profi-Trainer Galliker ein. Die 20 Kinder versammeln sich um den diplomierten Eislauflehrer des Schweizer Eislauflehrer-Verbandes. Zuerst informiert er über Allgemeines, dann macht er Appell und schliesslich gibt er die Einteilung der verschiedenen Gruppen bekannt. «In welcher Zeitung kommen wir?», unterbricht eine neugierige Teilnehmerin. Ungeduldig warten alle auf den Beginn des Trainings. Leise Musik ertönt - und endlich es geht los.

Eine grosse Gruppe mit Jungen und Älteren stellt sich in der Mitte des Feldes auf, links trainiert eine Hilfstrainerin, mit einem Mädchen, in fortgeschrittenem Alter und Niveau, intensiv, während auf der rechten eine kleinere Gruppe selbstständig ihr Programm übt. Mit Rat und Tat steht Galliker allen zur Seite, korrigiert und optimiert da und dort eine Finesse.

«Tradition ist wichtig»

«Wir wollen Läuferinnen an die Schweizer Meisterschaften bringen, dies gelingt uns seit drei Jahren und das wollen wir auch beibehalten.», sagt Galliker, der mit dem Klub dieses Jahr ein 40-jähriges Bestehen feiert. «Und wer grundsätzlich nicht bei jeder Kür auf dem letzten Platz enden will, muss auch im Sommer trainieren. Unser Nachwuchs fährt dann nach Wetzikon oder Bäretswil in die Halle». Ab fünf Jahren trainieren Kinder zweimal in der Woche, je nach Niveau bis viermal.

Nach 50 Minuten versammelt sich die ganze Schar mit ausgestreckten Armen in der Eisfeldmitte, fasst sich an den Händen, und sagt sich auf Wiedersehen: «Diese Tradition ist mir sehr wichtig», meint der ehemalige Eislaufprofi Galliker.