Schwertkampf

Einen Ort der Ruhe schaffen inmitten des Industriegebiets Dietikon

Ralf Sommerfeld eröffnete Anfang September seine eigene Haidong Gumdo Schwertkampf-Schule in Dietikon. Die Schule, die den Namen «Shim Sang Dojang» trägt, ist die neue Leidenschaft des ehemals erfolgreichen Schwertkämpfers aus Bergdietikon.

Mitten im lärmigen Industriegebiet von Dietikon will der Bergdietiker Ralf Sommerfeld einen Ort der Ruhe und der Selbstfindung schaffen. Vor gut zwei Monaten eröffnete der promovierte Biologe dort eine Haidong-Gumdo-Schule. «Ich möchte mich nun voll und ganz der Weitergabe dieser koreanischen Schwertkunst widmen», erklärt Sommerfeld, der schon viele internationale Erfolge feiern konnte und unter anderem amtierender Weltmeister im Gruppen-Schwerttanz mit der Schweizer Nationalmannschaft ist.

Immer montags und mittwochs ist der junge Vater ab 18.30 Uhr im Trainingsraum in Dietikon und gibt Lektionen für Jung und Alt, Anfänger und Fortgeschrittene. Das Training ist sehr vielfältig und beinhaltet beispielsweise das Formenlaufen, Zweikampfchoreografien und Präzisionsschnitttechniken. «Bei uns sind alle willkommen. Ich freue mich über jeden neuen Schüler», sagt Sommerfeld begeistert.

Einmal pro Monat den Fokus auf Anfänger

Jeden ersten Montag im Monat widmet der ausgebildete Haidong-Gumdo-Instruktor in Form von Einführungskursen ganz den Neulingen der Schwertkunst. Ein solches Probetraining dauert ungefähr 90 Minuten. Doch bevor die Schüler die Trainingsmatte überhaupt betreten, verbeugen sie sich kurz davor. Hauptsächlich um ein Zeichen zu setzen, dass nun die Zeit da ist, abzuschalten und sich voll auf sich selbst zu konzentrieren. Nach dem Motto: «Die nächsten 90 Minuten gehören ganz mir selbst. Ich lasse mich von nichts ablenken», wie Ralf Sommerfeld anfangs erklärt.

Nachdem der Kreislauf zu Beginn des Trainings mit einfachen Übungen aufgewärmt wurde, geht es danach an Grundübungen des Haidong Gumdo, wie das Erlernen des geraden Schnittes und des horizontalen Schnittes. Um auf spielerische Art und Weise seine Fortschritte zu messen, versuchen die Schüler gegen Ende der Lektion – mithilfe des geraden Schnittes – mit dem Schwert eine Kerze auszulöschen, ohne sie zu berühren. Den horizontalen Schnitt beherrscht ein Schüler dann, wenn er mit dem Schwert eine Zeitungsseite mit einem waagrechten Schnitt in der Mitte teilen kann.

Sicherheit hat Vorrang

Die Übungen, die ausgeführt werden, sind auf den Ernstfall ausgerichtet, doch die Sicherheit ist das oberste Gebot in dieser koreanischen Schwertkunst. «In den Trainings benutzen wir nie echte Schwerter. Wir führen die Übungen mit Holzimitationen durch», erklärt der Instruktor und fügt an, «Jeder Gumdoin (Schüler des Haidong Gumdo, Anm. d. Red.) braucht jahrelange Erfahrung, bis er oder sie überhaupt die Bewilligung für den Besitz eines echten Schwerts bekommt.»

Hohen Niveau in der Schweiz

2004 wurde diese alte asiatische Schwertkunst von Headmaster Christian Mayer – heutiger Präsident der Swiss Haidong Gumdo Association – in die Schweiz gebracht. Heute lebt sogar Chul-Kyung Lee – der Technische Direktor der Schweiz und Europas – in Wohlen. Master Lee ist noch heute Sommerfelds Trainer in dessen Schule in Zürich. «Dass wir Master Lee in der Schweiz haben, führt dazu, dass wir hier von den Besten lernen können, und dazu, dass unser Niveau in der Schweiz sehr hoch ist», bestätigt Sommerfeld. Die nächste Chance, um eine Probelektion mitzuerleben, haben Sie am kommenden Montag im Trainingsraum in Dietikon.

Wer mehr über die Schwertkunst erfahren möchte, kann dies unter www.hgvz.ch oder www.haidong-gumdo.ch tun.

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