Fussball
Eine schwache Form – aber eine starke Serie gegen den FC Basel

Die Grasshoppers haben gegen den FCB seit acht Spielen nicht mehr verloren. Diese Serie steht an diesem Wochenende jedoch auf wackeligen Beinen. Der FCB will den Leaderthron lieber heute als morgen zurück – GC konnte diese Saison selten überzeugen.

Markus Brütsch, Niederhasli
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Munas Dabbur (rechts) und Caio können in dieser Saison ihre Topleistung nicht abrufen.

Munas Dabbur (rechts) und Caio können in dieser Saison ihre Topleistung nicht abrufen.

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GC hat nachgerüstet. Mit Etienne Scholz vom FC Bayern München hat der Rekordmeister vor zehn Tagen seinen neunten Zuzug für die laufende Spielzeit bekannt gegeben. Dass dieser allerdings das berühmte Bayern-Gen mitbringt und die Zürcher auf die Siegesstrasse führt, ist nicht zu erwarten. Der 21-Jährige hat bei den Münchnern nur ein paar Einsätze in der Regionalliga gehabt, nachdem er zwischen 2011 und 2013 für den GC-Nachwuchs und früher für Winterthur und Basel gespielt hatte.

Nötig hätte es GC allerdings, über mehr Winnermentalität à la Bayern zu verfügen. Die Super League befindet sich in der zwölften Saison seit ihrer Einführung 2003 und noch nie hatten die Hoppers nach 13 Partien eine so schwache Bilanz wie jetzt. Gewiss, mit mageren Punktzahlen (je 13) stand GC zu diesem Zeitpunkt im Herbst auch schon 2003, 2007 und 2011 zu Buche. Und 2010 waren es gar nur zwölf Zähler gewesen, die den letzten Tabellenrang bedeutet hatten. Auch jetzt hat GC bloss zwölf Punkte auf dem Konto. Weil aber das Torverhältnis von 14:23 noch mieser ist als jenes vor vier Jahren (13:18), stellt die Zwischenbilanz 2014 den schlechtesten Wert dar. Immerhin reicht dieser dank der noch schwächeren Ausbeute des FC Luzern und des FC Vaduz zum achten Rang.

Nur Vasic erfüllt die Erwartungen

Natürlich hat die Malaise nichts mit Scholz zu tun, gewiss aber mit den übrigen Transfers in diesem Sommer. Weder Goalie Roman Bürki noch Torschützenkönig Shkelzen Gashi konnten ersetzt werden, und vielleicht ist sogar der Wegzug von Mittelfeldarbeiter Toko zu spüren. Die neuen Spieler haben die Erwartungen jedenfalls nicht erfüllen können. Weder Yoric Ravet, Alexander Merkel, Nathan Sinkala, Mahmoud Kahraba noch Goalie Daniel Davari sind bis dato eine Verstärkung. «Am ehesten hilft uns noch Vaso Vasic», räumt Trainer Michael Skibbe ein. Der als Ersatzmann von Davari geholte Keeper spielt aber auch nur, weil der Deutsch-Iraner bisher noch keine Stricke zerrissen hat.

«Wir können mit dem Saisonverlauf nicht zufrieden sein», sagt Skibbe, der gegen Basel auf den gesperrten Amir Abrashi verzichten muss. Dazu sind Daniel Pavlovic, Caio und Michael Lang angeschlagen. «Dennoch fahren wir nicht chancenlos in den St. Jakob-Park», sagt Skibbe. Er baut auf die tolle Serie gegen den FCB. Seit acht Pflichtspielen haben die Zürcher nicht mehr verloren, letztmals am 18. November 2012.» Damit die Serie nicht reisst, braucht es indes einen Formanstieg der allermeisten Spieler. Es ist nicht allein der Substanzverlust durch die Transfers, der GC zu schaffen macht. Leistungsträger wie Michael Lang, Daniel Pavlovic, Caio und Munas Dabbur konnten ihr Potenzial weit weniger abrufen als in der letzten Saison. Skibbe betont: «Um in Basel zu bestehen, müssen wir besser spielen als am Sonntag beim 1:1 in Vaduz und am Mittwoch beim 1:0 im Cup in Lugano.» Auf Wunsch des neuen Sportchefs Axel Thoma lässt er vermehrt «geschlossen» trainieren. Die Konzentration soll damit gefördert werden.

Thoma, seit drei Spielen bei GC, sagt: «Von den sechs Halbzeiten, die ich nun gesehen habe, war gerade mal eine gut.» Ihm ist aufgefallen, dass die Kommunikation auf dem Rasen nicht funktioniert. «Wir bewegen uns mental und moralisch auf dünnem Eis.» Skibbe kennt das Rezept, damit dieses dicker wird. «Selbstvertrauen holt man sich nur über den Erfolg.»