Behindertensport

Eine Olympiade für Wertschätzung, Akzeptanz und Anerkennung

Ueli Maurer kennt keine Berühurungsängste.

Ueli Maurer kennt keine Berühurungsängste.

An den National Summer Games in Bern kämpften verschiedene Limmattaler Teams um die Medaillen. Zahlreiche Prominente runden einen gelungenen Anlass perfekt ab.

Endlich, nach 1500 Metern ist Schluss. Ausgepumpt und nach Luft ringend wird das Rennen kurz mit den Betreuern besprochen, bevor man zur obligaten Siegerehrung gerufen wird. Es sind keine professionellen Sportlerinnen und Sportler am Werk, sondern geistig behinderte Athleten, welche an den National Summer Games in Bern um Podestplätze kämpfen.

Training zahlt sich aus

Beat Treichler vom Sport- und Freizeitclub Amt und Limmattal war einer von ihnen. Der Limmattaler Mittelstreckenläufer startete in der zweitbesten Stärkeklasse und wurde dort guter Vierter. «Ich bin zufrieden mit dem Lauf. Es ist alles gut gegangen», sagte er noch sichtlich gezeichnet von den Strapazen. Einmal in der Woche trainierte er im Vorfeld der Special Olympics. Daneben standen ausgedehnte Spaziergänge auf dem Programm. Das macht Treichler nun schon seit elf Jahren und ist vom Anlass immer wieder aufs Neue begeistert: «Es ist schön etwas mit der Gruppe zu unternehmen. Dass Simon Ammann bei meinem Lauf zugeschaut hat, war schon speziell.»

Treichlers Vereinskollege Marcel Schmutz lief die 1500 Meter in der besten Stärkeklasse und war nach seinem Wettkampf zufrieden: «Die Basler waren sehr schnell, dann wurde es natürlich schwierig.» Obwohl in jeder Stärkeklasse Medaillen verteilt wurden, kam der Spass nicht zu kurz. Marcel Schmutz und auch Beat Treichler schätzten die schöne Organisation und das Kennenlernen der anderen Athletinnen und Athleten.

Grosser Auflauf

Insgesamt kämpften vergangenes Wochenende zwei verschiedene Sportgruppen des Sport- und Freizeitklubs Amt und Limmattal in 13 Sommersportarten um die begehrten Medaillen. In verschiedenen Stärkeklassen, in welche die Athleten nach dem Divisioning am Freitag eingeteilt wurden, gingen insgesamt 1500 Sportlerinnen und Sportler an den Start.

Athleten treffen ihre Idole

Welchen Stellenwert diese Special Olympics haben, zeigt sich auch anhand des Prominenten-Auflaufes: Beachvolleyballerin Nadine Zumkehr, Doppel-Doppel-Olympiasieger Simon Ammann, Kunstturn-Star Giulia Steingruber, Schwingerkönig Matthias Sempach, Ex-Schiedsrichter Massimo Busacca und viele mehr waren den Special Olympics dabei und übergaben an den emotionalen Siegerehrungen die Medaillen. Eine grosse Sache für die Athleten, welche ihre Idole hautnah kennenlernen durften.

Auch Bundesrat Ueli Maurer zeigte im Gespräch mit den Teilnehmenden keine Berührungsängste und liess es sich nicht nehmen, bei der stimmigen Eröffnungsfeier auf dem Bundesplatz einige Worte an die Sportlerinnen und Sportler zu richten. Für einmal standen sie im Zentrum und erfahren durch ihre sportlichen Leistungen Wertschätzung, Akzeptanz und Anerkennung.

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