HC Dietikon-Urdorf
Eine Klatsche für die Handballer von Dietikon-Urdorf

Dem HC Dietikon-Urdorf läuft es derzeit nicht. Gegen Tabellenführer Kreuzlingen setzte es in der 1. Liga bereits die vierte Niederlage in Serie ab. Mit 23:39 erhielt man die befürchtete Klatsche.

Rainer Sommerhalder
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Daniel Imhof erzielt eines seiner 13 Tore gegen Kreuzlingen. (rs)

Daniel Imhof erzielt eines seiner 13 Tore gegen Kreuzlingen. (rs)

AZ

In der derzeitigen Verfassung und mit den derzeitigen Absenzen geriet das Spiel gegen die von Alexander Mierzwa, dem ehemaligen Star von Pfadi Winterthur, angeführten Ostschweizer zur Strafaufgabe. Positive Punkte zu finden, fiel schwierig. Da waren einmal die zweimal 10 Minuten, in denen man mit dem derzeit übermächtigen Gegner mithielt. Ganz am Anfang, als Marco Meier die Limmattaler das erste und einzige Mal in Führung schoss (4:3 nach sieben Minuten).

Nach dem 5:5 zog Kreuzlingen dann aber unwiderstehlich und bereits vorentscheidend auf 11:5 davon. Nochmals begegnete der HCDU dem Gast für eine kurze Phase auf Augenhöhe. Nach der Pause, als sich Spielertrainer Claude Bruggmann auf den linken Flügel positionierte und mit vier teilweise herrlichen Toren sein Team nochmals bis auf 19:24 heranbrachte. Danach steigerte sich der Gegner aber wieder ebenso stark wie die Fehlerquote des HCDU. Das ungeschlagene Kreuzlingen übertraf am Ende sogar seinen bisherigen Schnitt von 35 erzielten Toren. Das Schlussresultat widerspiegelt den derzeitigen Zustand der beiden Equipen ziemlich gut.

Positiv an diesem Abend war auch der Auftritt von Daniel Imhof. Er erzielte 13 Tore, brillierte auch vom Siebenmeterpunkt aus mit hundertprozentiger Erfolgsquote. Damit zeigte der Topskorer eine Reaktion auf seine durchzogene Leistung bei der Niederlage gegen Wetzikon vor Wochenfrist.

Einen letzten positiven Punkt sprach Spielertrainer Bruggmann nach dem Schlusspfiff an, als er seine Mannschaft nochmals zusammennahm: «Der Kampfgeist hat gestimmt», sagte er zum Team. Dennoch sassen viele Spieler wie begossene Pudel auf der Auswechselbank. Auch Oliver Anderegg tat sich schwer damit, positive Aspekte zu finden: «Vielleicht, dass wir nie aufgegeben haben», sagte er. «Das ist der Stand der Dinge. Es fehlt uns derzeit ein Lauf. Aber wir glauben weiter an uns und unsere Fähigkeiten.»

Nicht jedem im Team war solches in den 60 Minuten zuvor anzusehen. Ricardo Rüegg etwa, ein designierter Teamleader, wirkte saft- und kraftlos und - vielleicht noch schlimmer - auch ziemlich ratlos. Seine Leistung war sinnbildlich für den Auftritt des HCDU. Von der zweiten Garde vermochte auch keiner die durch Absenzen entstandenen Lücken zu schliessen.

In einer Woche folgt das Auswärtsspiel in Neuhausen. Gegen ein Team in Reichweite brauchen die Limmattaler endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Das Spiel wird für jeden im Team des HCDU zu einem echten Charaktertest. Dann weiss man definitiv: nur Zwischentief oder Krise?