Schwingen
Eine Bühne für mögliche Champions

Ein Limmattaler Quartett ist beim Berchtoldschwinget in Zürich am Start. Beim ältesten Hallenschwinget in der Zürcher Saalsporthalle sind am Berchtoldstag insgesamt 111 Schwinger zum Wettkampf angemeldet.

Bruno auf der Maur
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Am letzten Berchtoldschwinget platzierte sich Thomas Kammermann (rechts) überraschend auf dem dritten Rang. adm

Am letzten Berchtoldschwinget platzierte sich Thomas Kammermann (rechts) überraschend auf dem dritten Rang. adm

Limmattaler Zeitung

Bereits zum 114. Mal wird das Berchtoldschwinget durchgeführt. Auch bei der aktuellen Auflage nutzen einige Spitzenschwinger die Gelegenheit zu einer Standortbestimmung. Bei einigen Athleten steht der Traditionsanlass als Vorbereitung auf die Freiluftsaison fest im Terminkalender.

Zwei Eidgenössische Kranzschwinger bestreiten den Wettkampf, darunter der Vorjahressieger Jakob Roth. Wie beim Niklaus-schwinget vor vier Wochen fehlen aber auch beim Berchtoldschwinget die absoluten Cracks. Neben Roth ist mit dem St. Galler Daniel Bösch nur noch ein Eidgenosse im Teilnehmerfeld. Doch ein Blick auf die Siegerliste zeigt, dass sich in der Endabrechnung in den meisten Fällen ein grosser Name der Schwingszene durchsetzen konnte. So zum Beispiel Karl Meli, Arnold Ehrensberger, Ernst Schläpfer, Harry Knüsel, Thomas Sutter, Arnold Forrer und Jörg Abderhalden, die alle den Titel eines Schwingerkönigs tragen. Der ehemalige Spitzenschwinger Christian Vogel aus Bergdietikon schwang in den Jahren 1997 und 2000 obenauf.

Die Sieger der letzten drei Austragungen zählen ebenfalls zu den Besten. 2008 gewann Martin Grab, der Schlussgangteilnehmer des Eidgenössischen Schwingfestes in Frauenfeld. Der Sieger von 2009, Kilian Wenger, galt damals noch als Nachwuchstalent – heute ist er der amtierende Schwingerkönig und auch der letztjährige Sieger Jakob Roth ist mittlerweile Eidgenössischer Kranzgewinner. Gut möglich, dass der neue Sieger des Berchtoldschwingets in naher Zukunft ebenfalls zu den ganz «Bösen» zählt.

Mit vier Schwingern am Start

Die Zürcher Schwinger müssen sich mit einer Nebenrolle zufrieden geben. Die besten Chancen auf eine gute Platzierung haben die beiden Teilverbandskranzer Reto Fritschi aus Rorbas und Andreas Gwerder aus Schönenberg. Vom Schwingklub Glatt- und Limmattal bestreiten vier Teilnehmer den Wettkampf. Das Quartett wird von Thomas Kammermann angeführt. Der 23-jährige Maschinenbau-Student verpasste in dieser Saison seinen ersten Kranzgewinn mehrmals äusserst knapp. Die Hallenschwingfeste und im Speziellen das Berchtoldschwinget scheinen Kammermann zu liegen. Vor einem Jahr feierte er mit dem dritten Schlussrang seinen bisher grössten Erfolg. Mit etwas Wettkampfglück ist Kammermann durchaus eine Wiederholung seines Exploits zuzutrauen.

Das junge Team wird durch den 17-jährigen Dietiker Matthias Bräm, den 19-jährigen Bernhard Götsch und den 16-jährigen Daniel Wettstein komplettiert. Nicht am Start ist diesmal der Bergdietiker Jodok Huber. Das Zugpferd der Limmattaler Schwinger gönnt sich nach der ausgezeichneten Leistung am Niklausschwinget, als er den Schlussgang erreichte, eine Wettkampfpause. Huber wird voraussichtlich erst im Frühjahr, bei der Eröffnung der Freiluftsaison, wieder in die Zwilchhosen steigen.