Fussball
Eine Beleidigung entfacht den heiligen Zorn der Urdorfer trotz Niederlage

Die Limmattaler unterliegen Lachen/Altendorf im 2.-Liga-Abstiegskampf 0:1 und verpassen damit den Sprung über den Trennstrich. Nach dem Match liess sich Lachens Torhüter zu einem Spruch hinreissen, der den FCU trotzdem anspornt.

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Urdorf-Torwart Samuel Winkler wehrt sich nach Kräften.

Urdorf-Torwart Samuel Winkler wehrt sich nach Kräften.

Raphael Biermayr

Lachens David Dimitriev war der Einäugige unter den Blinden und damit der König in Urdorf. Als Einziger traf er ins Tor. Allen voran in der zweiten Halbzeit überboten sich die beiden Teams im Auslassen von Tormöglichkeiten. Die Gäste waren dabei noch eine Spur nachlässiger. Weil sie sich mehr Möglichkeiten erarbeitet hatten, gewannen sie die Partie letztlich verdient.

«König David» erzielte das Tor des Tages in der 35. Minute, nachdem die Urdorfer Abseitsfalle nicht zugeschnappt war. Er lief allein auf den überragenden FCU-Torwart Samuel Winkler los, umspielte diesen, und traf vor dem zurückeilenden Riguane Kipoyl in die Maschen. Damit verpassten es die Limmattaler, den Platz der Schwyzer über dem Trennstrich zu erobern. «Sie gewannen verdient, zogen einen schlechten Tag ein», fasste Urdorfs Trainer Röbi Rhiner das Geschehen zusammen.

Beleidigung des Lachen-Torwarts

In diesem Moment war er wieder gefasst, nachdem er wenige Augenblicke zuvor in der Teamansprache eine Art heiligen Zorn entfachte. «Denkt immer an diese Worte. Wer so etwas sagt, schiessen wir in die dritte Liga», sagte er und deutete auf den Spielerkreis der Lachner. Dort stand Torhüter Marco Eberhard, dem dieser Hinweis galt. Der Keeper hatte das Weichen der Anspannung nach dem Schlusspfiff beschleunigt, indem er über den Platz schrie:: «Scheiss Urdorf.» Das brachte ihm neben dem Unmut der Gastgeber die gelbe Karte ein. Rhiner sagte nach seiner vorgenannten Analyse darauf angesprochen: «Das hätte er nicht sagen sollen.»

Die Enttäuschung der Limmattaler konnte das freilich nicht lindern. Die «Stiere» bekundeten enorme Mühe mit einem Gegner, der einen ähnlichen Stil pflegt wie sie. Allerdings waren die Probleme auch hausgemacht: Kipoyl und Co. waren im Spielaufbau immer einen Gedankenschritt zu langsam und brachten sich selbst in Stresssituationen. Ausserdem litt die Ordnung, was eines Teils mit den vielen Absenzen zu erklären war. Deshalb kam im Verlauf des Matches auch Seniorenspieler Michi Benz zu einem weiteren Comeback im Fanionteam. Mit Sabri Usta und Sven Müller gesellten sich während der ersten Halbzeit zwei weitere Verletzte dazu. Und als Stürmer Jean-Bosco Tibiti in der 59. Minute nach einer Tätlichkeit vom Platz flog, schien der Tag endgültig gelaufen.

Chancen zum Ausgleich vertan

Doch kurioserweise löste sich der Knoten im Angriffsspiel der «Stiere» im Anschluss daran. Wie zum Trotz gegen die zahlreichen Widerstände suchten sie den Ausgleichstreffer. Dies wissentlich um den Preis eines zweiten Gegentreffers, der phasenweise minütlich in der Luft lag. Rico Nosiadek und Patrick Schuler vergaben je zwei der zahlreichen Riesenmöglichkeiten und schenkten den Gastgebern so stets ein Stück mehr Hoffnung. Die machten sie letztlich selbst zunichte. Die grösste Chance liess Dominic Galindo aus, als er in der 81. Minute seinen Nachschuss über das Tor setzte.