Eishockey
Ein zweiter Abschnitt zum Vergessen

Zweitligist Urdorf unterliegt Küssnacht am Rigi mit 3:7. Alleine im Mitteldrittel erhielt man fünf Gegentore. Mit dieser Niederlage geht die Erfolgsserie des Aufsteigers vorläufig zu Ende.

Raphael Biermayr
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Der Frust sitzt tief bei Urdorf-Goalie Florian Wassmer (hinter ihm Verteidiger Dominik Erb), der ausgewechselt wird.

Der Frust sitzt tief bei Urdorf-Goalie Florian Wassmer (hinter ihm Verteidiger Dominik Erb), der ausgewechselt wird.

Roland Jaus

Schon vor Beginn des 2.-Liga-Spiels in Küssnacht am Rigi kam Hektik in die Urdorfer Mannschaft: Die Trikotfarben stimmten mit denjenigen der Gastgeber überein. Normalerweise haben die «Stiere» beide Trikotsätze dabei, doch ausgerechnet diesmal lag der Reservesatz noch in einem Raum der heimischen Kunsteisbahn Weihermatt. Zwei Minuten vor Matchbeginn trafen die Trikots ein.

Eigentlich eine Lappalie, doch sie passte zu einem Ausflug der Limmattaler, der unter dem Motto «Pleiten, Pech und Pannen» stand. Denn kaum hatte die Partie begonnen, lag das Team von Trainer Dani Hüni schon im Rückstand. Nach 20 Sekunden bejubelte Oliver Jud das 1:0 – seine Hereingabe fand vom Schlittschuh von Sebastian Hauser den Weg ins Tor. Der EHCU-Captain bildete erstmals ein Verteidigerpaar mit Serge Haas. Die Absicht von Hüni dahinter: Mit geballter Physis die Paradelinie der Küssnachter aus dem Spiel zu nehmen. Das klappte mehr schlecht als recht. Im Mittelabschnitt liefen die Urdorfer in den Hammer: Fünf
Gegentreffer binnen weniger als 12Minuten. Hünis erhofftes Zeichen durch einen Goaliewechsel von Florian Wassmer zum langjährigen Stammkeeper Sandro Fischer verkam zum Rohrkrepierer. Vor dem fünften und sechsten Treffer der Schwyzer, die binnen 23 Sekunden fielen, wurde ein Tor der Gäste wegen hohen Stocks aberkannt. «Meiner Ansicht nach war es ein korrekter Treffer», sagte Hüni. Dann fiel auch noch Routinier Thomas Heldner aus. Bei einem Bully wurde er vom Stock des Gegenspielers an der Nase verletzt. Hüni geht gar so weit zu sagen: «Ich bin mir nicht sicher, ob dahinter nicht Absicht gesteckt hat. Sie wollten ihn aus dem Spiel nehmen.» Auch Nicolas Landis musste verletzungsbedingt die Segel streichen. Die Reaktion auf diese Verkettung von ärgerlichen Ereignissen fiel aber zur Freude des Trainers aus. Die Limmattaler liessen sich nicht abschlachten, kassierten keinen weiteren Gegentreffer und erzielten selbst drei Tore. «Ich sagte dem Team, dass wir im letzten schon das nächste Spiel angehen – es spielte so, wie ich mir das vorstellte.»

Herausragend dabei war Cédric Ammann, der nach seinem Einsatz beim Startspiel in Wetzikon wegen einer Schulterverletzung zuletzt nicht mehr mittun konnte. Der B-Lizenz-Spieler aus dem ZSC-Nachwuchs erzielte zwei Treffer. Er und der in der Verteidigung ebenfalls positiv aufgefallene Yves Leemann stehen dem Team auch übermorgen zur Verfügung, wenn mit Bassersdorf bereits die nächste Aufgabe auf Urdorf wartet (siehe Box). Trainer Hüni ist sich sicher: «Von dieser Niederlage lässt sich die Mannschaft nicht aus dem Konzept bringen.»