Fussball

Ein Urgestein, Schaffer und Ehrenpräsident

Dieter Müller (links) mit Nachfolger Roger Gemperle (rechts). JBU

Dieter Müller (links) mit Nachfolger Roger Gemperle (rechts). JBU

Nach zwölf Jahrenübergibt Dieter Müller sein Präsidentenamt beim FC Birmensdorf. Nachfolger wird mit Roger Gemperle ein waschechter Birmensdorfer.

Hier sitzt er nun. Zum letzten Mal. Dieter Müller klatscht vor der GV mit einigen Spielern und Vorstandsmitgliedern ab und geht nochmals sorgfältig die Traktandenliste durch. Genau so, wie er es in den letzten zwölf Jahren immer getan hat. Trotzdem ist an jenem Tag alles anders. Mit 90 Anwesenden ist der Konferenzraum des Restaurants Sonne überfüllt, zusätzliche Stühle müssen aufgestellt werden.

Sie alle wollen ihren «Didi» nochmals sehen und mit dabei sein, wie eine Ära aufhört und eine neue beginnt. Souverän führt Müller nochmals durch seine letzte GV, die Emotionen stets unter Kontrolle. Als Abschiedsgeschenk schenkt der ganze Verein dem Urgestein zwei Tickets für ein Spiel seines Lieblingsvereins, ausnahmsweise nicht von dem Birmensdorf, sondern vom etwas grösseren FCB aus Barcelona.

Dieter Müller mit einem kurzen Rückblick

Dieter Müller mit einem kurzen Rückblick

Um Punkt 21.03 Uhr beendet Didi mit den Worten «ich habe fertig» seine letzte GV. Nachfolger wird mit Roger Gemperle ein waschechter Birmensdorfer. «Das trifft sich gut, denn Didi war mein allererster Trainer hier in Birmensdorf», witzelt Gemperle. Am Ende sind zwar keine Tränen geflossen, dennoch war die Verabschiedung für das Birmensdorfer-Urgestein ein hochemotionaler Moment. «Ich hatte hier wunderschöne Jahre. Nun kann ich im richtigen Moment meine Aufgaben weitergeben.»

Ereignisreiche Jahre

Müller blickt auf ereignisreiche Jahre zurück. Vieles hatte sich der 57-Jährige damals im Jahre 2000 vorgenommen. Ein neues Klubhaus, bessere Juniorenförderung und ein zweites Spielfeld. Verwirklicht hat er alles. «Rückblickend habe ich alles erreicht, was ich wollte.» Vor allem das selbst gebaute Klubhaus zählt der Limmattaler zu seinen prägendsten Erlebnissen. An diese Zeit erinnert sich auch FCB-Aktuar Harry Schenk gern zurück: «Didi und ich sassen nach jedem Training und Match noch Stunden im Klubhaus und diskutierten. Es war eine tolle Zeit mit ihm.» Angesprochen auf die negativen Höhepunkte, muss Müller grübeln. Die positiven Eindrücke überwiegen. Deutlich. Etwas fällt dem Aussendienstler dann doch noch ein: «Die Suche nach den Sponsoren ist und war extrem schwer. Besonders als Dorfklub.»

Mit der Abgabe des Präsidentenamtes hat der aktive Fussballer «auch geschätzte 20 Stunden mehr Freizeit pro Woche». Eine ungewohnte Situation. Wohin mit all dieser Zeit? Didi zuckt mit den Achseln. Er weiss es nicht. Zukunftspläne hat er aber einige. So will er mit seiner spanischen Frau in vier oder fünf Jahren nach Spanien auswandern. Und bis dahin? Bis dahin bleibt er dem FC Birmensdorf erhalten. Als Fussballer bei den Veteranen – und was ihn besonders ehrt, als frisch gewählter Ehrenpräsident.

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