Schlieren
Ein Traum steht auf dem Spiel

Der FC Schlieren empfängt in der dritten Liga zum Vorrundenschluss Birmensdorf zum Derby. Der Traum vom Aufstieg, der am Anfang der Saison geäussert wurde, ist für die Schlieremer in weite Ferne gerückt.

Raphael Biermayr
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FC Schlieren

FC Schlieren

Der FC Schlieren ist mit einem Traum in die Saison gestartet: dem Aufstieg. Nach zehn Runden gleicht die Realität einem Albtraum. Neun Punkte Rückstand auf Leader Red Star2, deren sieben auf das zweitplatzierte Altstetten – und sogar Aufsteiger Sporting Clube liegt vor dem FCS.

Die Studer-Elf ist kurz vor dem brutalen Erwachen. Morgen gastiert zum Vorrundenschluss der FCBirmensdorf auf dem Zelgli (10.15 Uhr). Ein Punkteverlust bedeutet wohl das Aus im Aufstiegsrennen.

Schlieren vermisst auch das Glück

Das Problem: die Unentschieden gegen die abstiegsbedrohten Zürich-Affoltern und Centro Lusitano. Mit vier Zählern mehr sähe die Ausgangslage weit vielversprechender aus.

Zudem erhielt die Mannschaft bereits 20 Gegentore – zu viel für einen Aufstiegskandidaten. Trainer Beat Studer möchte nicht als Verlierer dastehen und verweist auf seine Befürchtungen: «Ich habe immer gesagt, dass die Vorrunde ganz schwer wird. Wir hatten zu Beginn viele Verletzte und sonstige Absenzen, die Mannschaft hat sich erst spät gefunden.»

Vom Spektakelwert her mischt sein Team ganz vorn mit, nur bei Beteiligung von Zürich-Affoltern fielen mehr Tore. Und es hätten noch weit mehr sein können, würde die Verwertung nur ansatzweise mit der Anzahl der Chancen Schritt halten.

Studer nennt das mangelnde Wettkampfglück als weiteren Grund für die Ernüchterung. «Es lief bisher wirklich nicht für uns. Hier eine fragwürdige rote Karte, da ein Prellball, der dem Gegner vor die Füsse fällt, der ein Tor schiesst – es tut mir wirklich leid für die Jungs.»

Studer macht im Hinblick auf die morgige Partie auf Zweckoptimismus. «Wir haben die beiden anderen Derbys gegen Engstringen und Oetwil gewonnen und werden auch dieses gewinnen. Wir müssen diese drei Punkte einfach holen.»

Birmensdorf: Nichts zu verlieren

Auch Birmensdorf hat einen Traum: vor dem ungleich grösseren Verein Schlieren als Limmattaler Nummer eins der 3.Liga zu überwintern. Es wäre ein grosser Coup der Elf von Dani Margreth. «Wir haben einige Ex-Dietiker im Kader, viele Spieler kennen sich untereinander und sticheln im Ausgang – ein grosses Derby, meine Spieler sind heiss», sagt FCB-Trainer Dani Margreth und lehnt sich – eher unüblich – sogar etwas aus dem Fenster: «Ich garantiere, dass wir die drei Punkte holen.»

Zu verlieren haben die Birmensdorfer nichts. Sie liegen im Soll und spielten in der zweiten Saison nach dem grossen Umbruch fast ausnahmslos attraktiven Fussball, womit Margreth glücklich ist, allerdings: Auch beim FCB war die Chancenauswertung oft haarsträubend.

Die Derby-Bilanz spricht klar für Schlieren. Seit dem Aufstieg Birmensdorfs im Jahr 2003 gewann der FCS sieben Vergleiche, der FCB deren vier, drei Partien endeten remis.

Die Schlieremer Dominanz hat sich in den vergangenen drei Jahren herauskristallisiert: fünf Siege und eine Niederlage in den letzten sechs Begegnungen. Die Chancen auf einen Sieger morgen stehen also gut. Wer die Begegnung für sich entscheidet, zerstört den Traum des andern.