FC Schlieren
Ein Sieg krönt das Saisonende

Fussball Die Frauen des FC Schlieren blicken auf eine turbulente Saison zurück, bei der am Ende der Ligaerhalt zählte

Michel Sutter (Text und Foto)
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Nadine Patt (am Ball) und Robert Tonic (rechts) werden nächste Saison nicht mehr gemeinsam auf dem Platz stehen: Die Kapitänin verlässt die Mannschaft.

Nadine Patt (am Ball) und Robert Tonic (rechts) werden nächste Saison nicht mehr gemeinsam auf dem Platz stehen: Die Kapitänin verlässt die Mannschaft.

Zum Saisonabschluss konnten die Frauen des FC Schlieren am gestrigen Sonntagnachmittag nochmals jubeln: Die Limmattalerinnen bezwangen auf dem heimischen Zelgli die Femina Kickers aus Worb in ihrem letzten Saisonspiel mit 4:2. Je zwei Tore schossen Ramona Miotti und Sanja Mijovic, die wieder genesene Goalgetterin.

Damit haben die Schlieremerinnen in der Abstiegsrunde fünf ihrer letzten sechs Partien gewonnen. Den Ligaerhalt hatten sie sich allerdings schon zwei Wochen zuvor gesichert – mit dem 3:2-Sieg gegen Rapperswil. «Wir wussten, dass wir gegen Rapperswil nicht verlieren durften», sagt Trainer Robert Tonic rückblickend und fügt hinzu: «Wir waren sehr erleichtert, als wir gewonnen hatten.»

Die Erleichterung ist nachvollziehbar. Denn die Saison hätte auch böse enden können für die Schlieremerinnen, die ursprünglich um den Aufstieg hatten spielen wollen. Stattdessen gerieten sie wegen sieben Niederlagen in den Abstiegskampf. «Wir haben uns viele Eigenfehler geleistet und ein halbes Dutzend Spiele nur mit einem Tor Unterschied verloren», sagt Tonic. «Unser grösstes Manko war aber der Torabschluss.»

Das hatte auch mit Sanja Mijovics Ausfall zu tun, die wegen ihres lädierten Knies lange nicht einsatzfähig war. «Ohne Sanja auf dem Platz – das ist etwa so, wie wenn Real Madrid ohne Ronaldo spielen würde», meint Tonic. Neben Mijovic musste der Coach weitere verletzte Spielerinnen ersetzen, unter anderen Céline Brügisser. «Das sind Spielerinnen, welche die Mannschaft unbedingt braucht», sagt Tonic.

Den Abstieg stets im Hinterkopf

Doch nicht nur der Trainer war gefordert, sondern auch das Team. «Wir standen eigentlich von Saisonbeginn an unter Druck», sagt Captain Nadine Patt. «Ständig war der Gedanke da: Wir dürfen nicht verlieren.» In der Abstiegsrunde habe aber jede Spielerin gewusst, dass sie jetzt alle Gas geben mussten. «Wichtig war in dieser Phase, dass die Stimmung im Team gut blieb», sagt Patt.

In der Abstiegsrunde kehrte Schlieren wieder auf die Siegstrasse zurück. Zwar verloren die Limmattalerinnen die Auftaktpartie gegen das Frauenteam Thun Berner-Oberland, doch dann reagierten sie und gewannen fünf Spiele in Folge. «Wir mussten alles geben und das wussten wir auch», sagt Patt. «Wir wollten auch nicht mehr unbedingt schön spielen, sondern nur unsere Spiele gewinnen und den Ligaerhalt schaffen.»

Dieses Ziel haben Patt und ihre Teamkolleginnen nun erreicht. Und damit kann die Kapitänin beruhigt von Bord gehen. Sie hat gestern ihre letzte Partie für den FC Schlieren bestritten und hört auf. «Ich werde hier vieles vermissen», gibt Patt zu, die insgesamt dreieinhalb Jahre für Schlieren gespielt hat. «Die Leute hier waren super, die familiäre Atmosphäre des Vereins hat mir sehr gefallen.» An ihrem Entschluss hält sie jedoch fest: «Ich habe das schon vor längerer Zeit entschieden.» Neben Patt verlässt auch Martina Conte die Mannschaft. Sie hört ebenfalls auf.

Fragezeichen hinter Neuzugängen

Nicht sicher ist hingegen, ob alle Neuzugänge nächste Saison für Schlieren spielen werden. Besonders hinter dem Verbleib von Verteidigerin Jana Schneider, die aus der Nationalliga A zu den Limmattalerinnen gestossen ist, steht ein Fragezeichen. Denn Schneider ist nur ausgeliehen. Tonic möchte sie allerdings unbedingt halten. Bei Kathrin Roth hingegen, die aus der 2. Liga gekommen ist, steht praktisch fest, dass sie auch nächste Saison zur Mannschaft gehören wird.

Es sei halt schwierig, gute Spielerinnen zu bekommen, erklärt Tonic: «Die meisten gehen zum FC Zürich, zu den Grasshoppers oder zum FC Basel.» Der Schlieremer Trainer bedauert das zwar, will seinen Fussballerinnen aber auch keine Steine in den Weg legen: «Wenn es eine in der Nationalliga A versuchen will, halten wir sie nicht auf.» Bei Nadine Patt ist das anders. «Wir machen noch ein paar Anrufe in den Kanton Graubünden, damit du bleibst», sagt Tonic zu seiner Kapitänin. Patt lacht.